Dinslaken: EHEC: Handel beruhigt Kunden
VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 27.05.2011Dinslaken (RPO). Spanische Salatgurken sollen der Träger des EHEC-Darmkeims sein. Es gibt die Empfehlungen, auf Gurken, Tomaten und Salate zu verzichten, doch der Handel hält seine Produkte aus der Region für ungefährlich.
An der Gemüsetheke bekam Jochen Harnewinkel zufällig das Gespräch zweier Kunden mit, in dem es um den EHEC-Erreger ging. Die Verunsicherung der Menschen wegen des gefährlichen keims sei zwar zu bemerken, doch bisher hat kein Kunde den Marktleiter des E-Centers von Bienemann über sein Gemüse ausgefragt. "Der Keim kommt ja nicht von ungefähr und ist für alle schwer einzuschätzen, aber bisher hat noch niemand wissen wollen, woher wir unser Gemüse bekommen. Eigentlich wird trotz der Warnungen alles ganz normal weiter gekauft", sagt der Marktleiter.
Bienemann bezieht sein Gemüse von der EDEKA, Telat Kececi vom türkischen Gemüsehändler an der Wielandstraße wird aus Holland und Belgien beliefert. Deshalb glaubt der Inhaber, dass seine Kunden keine Angst vor einer Ansteckung haben müssen – das Hamburger Hygiene-Institut hat bekanntlich spanische Salatgurken als Träger des EHEC-Erreger identifiziert hat, das Robert-Koch-Institut vor Gemüse und Salat insbesondere aus Norddeutschland gewarnt.
Tipps
Durch Hygiene lässt sich das Risiko einer Infektion deutlich einschränken. Daher sollten die Hände regelmäßig gewaschen, Bretter, Geschirr und Besteck müssen gründlich gespült werden. Nach dem Kontakt mit Tieren oder dem Boden wird empfohlen, die Finger nicht in den Mund zu stecken.
"Zwei Kunden haben sich erkundigt, woher mein Gemüse kommt. Als sie Belgien und Holland hörten, waren sie beruhigt", sagt Kececi, der allerdings am Donnerstag einen kleineren Umsatz als gewohnt machte: "Das muss damit aber nicht zusammenhängen."
Beim Bauern extra erkundigt
Nach der Warnung des Robert-Koch-Instituts, momentan auf Tomaten, Gurken und Salat zu verzichten oder das Gemüse nur mit Vorsicht zu genießen, sind deutsche Konsumenten nervös geworden. "Seit heute morgen ist die Hölle los. Die Auswirkungen sind ganz erheblich, für einige Händler katastrophal. Die Verbraucher sind verunsichert und machen einen Bogen um unsere Produkte", sagte Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbandes.
Auf den Dinslakener "bioladen" trifft dies jedoch nur bedingt zu. Es haben sich schon viele Kunden über Milch und Gemüse erkundigt, doch Inhaberin Birgit Nitzsche konnte alle Verunsicherten schnell beruhigen. "Wir bekommen Gurken, roten oder grünen Salat von einem regionalen Händler am Mattlerbusch, und ich habe mich bei diesem Bauern erkundigt, wie er düngt. Wenn die Kunden wissen, dass alles okay ist, dann kaufen sie auch", sagt die Inhaberin.
Auch im Naturhof gab es Nachfragen, woher die Produkte stammen. Die Kunden sind von den Medien gut informiert und haben die Empfehlungen der Experten vernommen, doch auch der Naturhof kann Entwarnung geben, da Obst, Gemüse und Molkereiprodukte von Bauernhöfen aus der Region kommen. "Ich kann die Verunsicherung der Menschen aber verstehen, denke aber auch, dass manche zu schnell in Panik geraten", sagt Verkäuferin Iris Horstkamp.
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