Dinslaken: Ein erhebendes Erlebnis
zuletzt aktualisiert: 18.09.2007Dinslaken (RPO). Am Samstag begann in aller Frühe die Fußwallfahrt zur „Trösterin der Betrübten“ nach Kevelaer. 122 Pilger machten sich mit Pastor Theo van Doornick auf den 45 Kilometer langen Weg. Gestern kamen sie zurück.
Nach der 5 Uhr-Messe, die der neu ernannte Pastor von Sankt Vincentius, Theo van Doornick, mit den Pilgern feierte, wurde im Johannahaus ein kleines Frühstück eingenommen, bevor die Gruppe um 6 Uhr der 45 Kilometer weite Weg antrat. Unter den Pilgern war auch Pastor Theo van Doornick und einige evangelische Christen, ein Zeichen der Ökumene. Eine besondere Freude war, dass sich wieder viele Jugendliche mit auf den Weg machten. Am frühen Abend zogen dann schließlich 122 Fußpilger fröhlich singend in die Marienstadt ein.
Damit war die Schar der Pilger wieder einmal größer geworden. Manchen standen Tränen in den Augen. Sie waren froh und glücklich, es geschafft zu haben. Etliche Pilger, die früher mitgelaufen sind, es im Moment aber aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen, waren am Samstag mit dem Fahrrad nach Kevelaer gefahren und fuhren gestern mit den Fußpilgern wieder zurück. Am Sonntag waren 19 Radpilger aus Dinslaken als Radpilgergruppe losgefahren und kehrten noch am Abend mit dem Fahrrad zurück. Viele weitere Gläubige waren zum gemeinsamen Kreuzweg und zur Pilgermesse mit dem Auto gekommen, so dass sich mehr als 200 hiesige Pilger um 12.30 Uhr zum gemeinsamen Kreuzweg versammelten.
Nach der zehnten Station zogen die Gläubigen in die ehemalige Klosterkirche der Clemensschwestern, um dort die Heilige Messe zu feiern. In diesem Gottesdienst sang der Kirchenchor von Heilig Blut unter der Leitung von Paul Beszynski. Anschließend wurde der Kreuzweg fortgesetzt und alle zogen bis zur Gnadenkapelle, wo das Schlussgebet gesprochen wurde. Um 18 Uhr klang in der Kerzenkapelle mit dem Marienlob der Tag aus.
Der gestrige Tag begann um 6 Uhr mit der Pilgermesse in der Sakramentskapelle. Nach dem Frühstück und einem Gebet vor dem Gnadenbild machten sich 41 Fußpilger auf den anstrengenden Rückweg. Um 19 Uhr wurden sie an den „Drei Kreuzen“ in Dinslaken im Empfang genommen und in feierlicher Prozession zur Kirche geleitet.
Beim Einzug in die Kirche zog Paul Beszynski alle Register der neuen Orgel in Sankt Vincentius. Das Thema der Wallfahrt lautete: „Gott ist die Liebe.“ Diese Botschaft konnte jeder Pilger mit nach Hause nehmen. Jede Wallfahrt hat ein zweites Ziel: der Alltag zu Hause. Am Ende muss es da weitergehen, woher die Pilger kommen.
Ohne Zweifel: Eine Wallfahrt nach Kevelaer ist schon etwas Besonderes, ein Höhepunkt. Aber einer von der Art, die erhebt, aber nicht abheben lässt, die bei aller Erhabenheit den Boden unter den Füßen nicht vergisst und die Wurzeln darunter wahrnimmt. Die Teilnehmer erkennen, dass Wallfahrt trotz mancher Wandlungen auch heute noch einen lebendigen Platz im kirchlichen Leben hat. Sowohl Sinngebung für den Glauben als auch gesellschaftspolitische Komponenten bestimmten den Gang der Gläubigen.
Mit dabei ware Christen aller Altersgruppen. Besonders geehrt wurden Bernhard Boscheinen für die 50., Ursula Mau für die 35. und Rosi Pester für die 25. Teilnahme an der Fußwallfahrt nach Kevelaer.
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