Dinslaken: Ein kleiner Drahtseilakt
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 24.08.2009Dinslaken (RPO). Auf der Dinslakener Nostalgiekirmes gab es zwar keinen wagemutigen Balanceakt in schwindelerregender Höhe zu sehen – mehr war nicht erlaubt –, dafür aber einen Auszug aus einer faszinierenden Zirkusschau.
Wenn man hört, dass die Artistenfamilie Traber nach Dinslaken kommt, dann erwartet man atemberaubende Artistik auf dem Hochseil in extremer Höhe. Die Besucher der Dinslakener Nostalgiekirmes, die ihren Blick daher schon in Richtung der Dächer rund um den Altmarkt schweifen ließen, sahen sich da erst einmal umsonst um. Denn zwar war die Artistenfamilie Traber gekommen, allerdings jene vom Circus Traber. Und obwohl Daniela Traber sich aufs Drahtseil wagte und dort einige Kunststücke zeigte, so blieb das ganze knapp einen Meter über dem Boden auch für Zuschauer mit Höhenangst erträglich.
Attraktionen
Fahrgeschäfte Die Fahrgeschäfte auf der Nostalgiekirmes sind schon recht lange im Einsatz. So ist das Holzriesenrad zum Beispiel schon mehr als 100 Jahre alt (Baujahr 1902).
Artisten Mehr zu den Artisten des Groß-Circus Traber gibt es im Internet auf der Seite des Zirkus: www.circus-traber.de
Trotz Mangel an luftiger Höhe begeisterte die Familie Traber die Zuschauer, die sich rund um die Darbietung versammelt hatten. So demonstrierte Ramona Traber, wie biegsam eine Artistin sein kann. Alexander Traber balancierte bis zu sieben Stühle auf seinem Kinn, und sein Bruder Timmy balancierte auf einer Rola Rola (Brett auf einer Rolle) und jonglierte dabei mit Ringen oder Keulen, während Clown "Spaghetti" das Publikum zum Lachen brachte. Eine unterhaltsame Vorführung, die dem Publikum Spaß bereitete und den Artisten einiges an Applaus einbrachte. Wobei man hier auch gerne ein wenig höher hinaus gegangen wäre. "Wir hatten keine Möglichkeit, ein höheres Seil zu spannen", erläuterte Alexander Traber. "Das wäre natürlich schöner gewesen."
Viel zu sehen
Doch auch ohne Drahtseilakt in luftiger Höhe gabe es für die Kirmesfreunde einiges zu erleben. Kinder- und Kettenkarussell warteten auf die Besucher. Vom kleinen Riesenrad aus konnte man die Menge gut überblicken, und vor der Sankt-Vincentius-Kirche konnte man sich von der automatischen Wellmannorgel aus den 20er Jahren verzaubern lassen, bevor es auf die rasende Fahrt mit der Raupe ging. Natürlich war auch für das leibliche Wohl der Kirmesbesucher gesorgt. Heinz Kretschmer war mit seinem dreijährigen Enkel Jan auf der Kirmes unterwegs. "Als Dinslakener komme ich gerne hier hin, und es ist interessant, sich die alten Karussells anzusehen", sagte Heinz Kretschmer, und auch Enkel Jan war von der Fahrt mit dem Riesenrad ganz angetan.
Mehr Attraktionen?
Hajnalka und Guido Pleines waren mit ihrem Neffen Aykan auf der Nostalgiekirmes unterwegs. Dem Siebenjährigen gefiel es dort zwar ganz gut, aber die Fahrgeschäfte waren dann doch nicht so ganz sein Geschmack, so dass er lieber mit zwei Flugzeugen spielte. Für Hajnalka Pleines könnte die hübsche Nostalgiekirmes noch ein wenig vielseitiger sein: "Es wäre schön, wenn es hier eine Wahrsagerin oder einen Zauberer geben würde."
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