Voerde: Ein kreativer Kulturmix
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010Voerde (RPO). Beim interkulturellen Abend "Kreativ – mit allen Sinnen" gab es einiges zu sehen und auch zu hören. Außerdem durften die Zuschauer im Wasserschloss Haus Voerde selbst beim Programm mitwirken.
Der Saal im Haus Voerde ist voll. Die Zuschauer stehen vor ihren Stühlen, singen im Kanon "So lange der Bauch in die Weste passt" und führen zum Text passende Gesten aus. Verantwortlich dafür ist Theaterpädagogin Margret Neu-Kobbert, die das Publikum zum Mitmachen aufgefordert hat. "Gruppen Wup" nennt sie diese Betätigung und spannt die Gäste in Wortspiele und kleine Gesangsübungen mit ein.
Eigentlich übt sie mit einer Frauengruppe in Möllen Improvisationstheater. "Aber von den Frauen fühlte sich noch keine bereit, etwas vorzuführen", sagt Margret Neu-Kobbert. Daher der Spaß mit dem Publikum, das sich bei diesem Überraschungseinsatz köstlich amüsiert. Ansonsten geht es rund um das Publikum recht bunt zu. Denn an den Wänden hängen Bilder, die Künstlerin Walburga Schild-Griesbeck mit elf Frauen aus unterschiedlichen Ländern in einem Workshop erstellt hat. Bunte Muster sind hier zu sehen, gemalte Landschaften vom Niederrhein bis hin zu fernen Ländern – dazu Collagen von Fotos und gemalten Elementen. Zu dieser kleinen Weltreise in Bildern kommt eine musikalische hinzu. Zum "Fairy Dance" entführt das Folk-Ensemble der Musikschule Voerde unter Leitung von Martina Reimann mit Geigen- und Flötentönen seine Zuhörer nach England. Nach fröhlichen Zwischenstopps in Schottland, Spanien und Griechenland stehen mit typischer Klezmer-Musik auch einige melancholische Töne auf dem Programm.
Interkulturelle Arbeit
Verständigung Die interkulturellen Projekte haben zur besseren Verständigung verschiedener Kulturen in Voerde beigetragen.
Verlängerung Daher sollen sie, von der Schreibwerkstatt bis zum Improvisationstheater, auch über die Local-Hero-Woche hinaus weiter bestehen.
Lokalhelden Mehr zu Ruhr.2010 in Voerde gibt es im Internet unter www.voerde.de/ruhr2010
Auch der Interkulturelle Chor, ein Projekt aus Mitgliedern des Jugendchors der Musikschule Voerde und interessierten Sängern unter Leitung von Martina Reimann, sorgt für internationales Flair. Mit afrikanischem Trommelrhythmus geht es mit dem Lied "Si ma ma ka" nach Ghana und zum Schluss auf Besuch bei der schönen "Kalinka" in Russland. Eine Auswahl von Texten in unterschiedlichen Sprachen hat Autorin Ingrid Hassmann mitgebracht. Gemeinsam mit Frauen aus unterschiedlichen Ländern hat sie in einer Schreibwerkstatt an Gedichten (vor allem an so genannten Elfchen) gearbeitet. Diese werden nicht nur auf Deutsch, sondern auch in arabischer, türkischer, russischer und polnischer Sprache vorgetragen. Und wenn auch nicht alle Versionen von allen Zuschauern verstanden werden, so bleibt im Rhythmus der Aussprache doch oft die gleiche Melodie. So kann auch Lyrik Grenzen zwischen verschiedenen Sprachen überwinden.
Viel Applaus gibt es vom Publikum für alle Mitwirkenden bei diesem Treffen der verschiedenen Kulturen.
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