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Dinslaken: Ein Licht für den Frieden

VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010

Dinslaken (RPO). Leo Lebendig hat in der Lohberger Lohnhalle das "Friedenslicht der Religionen" entzündet. Rund 500 Menschen nahmen die Botschaft des Dortmunder Künstlers in sich auf. Das Theodor-Heuss-Gymnasium präsentierte dazu ein bewegendes Rahmenprogramm.

Leo Lebendigs "Friedenslicht der Religionen" erstrahlt in der Lohnhalle des ehemaligen Bergwerks Lohberg – und Hunderte Besucher schauen begeistert zu. Foto: RPO
Leo Lebendigs "Friedenslicht der Religionen" erstrahlt in der Lohnhalle des ehemaligen Bergwerks Lohberg – und Hunderte Besucher schauen begeistert zu. Foto: RPO

Seine Idee des Friedens hat Leo Lebendig nicht selbst entwickelt. Sie ist über ihn gekommen. "Ich habe dieses Prinzip nicht erfunden. Ich zeige es nur." Die große Raumplastik, das Friedenslicht der Religionen, das am Sonntagabend in der Lohberger Lohnhalle "entzündet" wurde, folgt dabei Lebendigs Konzept einer Initiatorischen Kunst. "Diese Kunst will etwas von dem, der sie sieht", erklärte der 70-Jährige Dortmunder in seiner Eröffnungsrede. "Sie will, dass er tätig wird."

Das Publikum schaute nach oben. 512 Elemente schwangen seicht vor und zurück. Etwa 500 Menschen sind im Raum. "Da oben sind wir; mit unserem Licht. Wir hängen alle an einem Faden, wir sind alle miteinander verbunden, wir werfen alle unsere Schatten auf die Anderen."

Info

"We are tomorrow"

Musical Unter der Leitung von Claudia Köhne hatte die Musical-AG des Theodor-Heuss-Gymnasiums (Klassen sieben bis 13) das Musical "We are tomorrow" gestaltet, das zum Ende der Veranstaltung aufgeführt wurde.

Lob Kreative Choreografien und eine fehlefreie und mitreißende Umsetzung bescherten dem großen Ensemble stehende Ovationen für ihren Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr.

Frieden verlangt die Tat

Leo Lebendig ist gegen einen elitären Kunst-, genauso wie gegen einen abstrahierten Friedensbegriff. "Frieden ist eine Tätigkeit. Sie muss jeden Tag von Neuem getan werden." Und das von jedem. Auch die Ruhr.2010 sei kein Ereignis, bei dem es um einige ausgewählte Künstler gehe, "die dem Publikum etwas vorträllern". Stattdessen gehe es um die Idee der Gemeinsamkeit.

Die demonstrierten in der Veranstaltung auch die Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums, die auf verschiedene Weise ihren Beitrag zu Lebendigs Idee vom Frieden leisteten. Der Vokalpraktische Kurs unter Leitung von Werner Lerch eröffnete mit "A World of Peace an Harmony" den Abend, Marten Röbel, ebenfalls Schüler des THG, führte mit wortgewandten Zwischenmoderationen durchs Programm und seine Schulkameraden Jin-Su Park und Fabian Draht ernteten vom Publikum für ihre Darbietung des hebräischen Lieds "Yom", das die beiden bei einem Israel-Austausch von Fabians Gastschwester beigebracht bekommen hatten, minutenlangen Applaus.

Vertreter des türkischen Generalkonsulats, der jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen und des Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel aus Hamm-Uentrop beklaschten anschließend gemeinsam den dritten musikalischen Beitrag, bei dem die Sängerinnen und Sänger von der Empore aus zunächst das jüdisch-israelische Lied "Shalom chaverim", das arabisch-muslimische Lied "Yara bassalami" und das christlich-gregorianische Lied "Verleih uns Frieden" einzeln, im Anschluss dann aber als versöhnende Collage gemeinsam miteinander kombiniert sangen. Zu den Klavierklängen der "Forrest Gump Suite" von Alan Silvestri wurde dann die Lichtinstellation Leo Lebendigs "entzündet". Schon ein einzelner grüner Scheinwerfer brachte den kugelförmigen Himmelskörper, ähnlich einem überdimsenionalem Mobile, zum Strahlen. Alle 1024 lichtdurchlässigen Elemente (512 davon sind geprägt) sind miteinander verbunden, jedes einzelne nimmt Einfluss auf die anderen, streift mit seinen spezifischen Schatten die Oberfläche des Nachbarelements und nimmt selbst die Formen des jeweils anderen in sich auf. Mit einem einzigen dünnen Faden ist die ganze Konstruktion an der Decke befestigt und vereint so die Symbole der abrahamitischen Religionen: die Menorah, der siebenarmige Leuchter symbolisiert das Judentum, das Kreuz steht als Symbol für das Christentum und die vierfache Spiegelung des Namens Allah für den Islam.

Bis zum 16. Januar

Bis zum 16. Januar ist die Installation in der Lohnhalle der ehemaligen Zeche Lohberg zu bestaunen. Danach macht sie sich gemeinsam mit ihrer Botschaft von mehr Respekt und Toleranz im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres auf den Weg durch das Ruhrgebiet.

Quelle: RP

 
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