Voerde: Ein paar i-Dötzchen zuviel
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 06.11.2007Voerde (RPO). Der Fall der Schulbezirke zeigt in Dinslaken Auswirkungen: An der Moltkeschule und in der Hühnerheide haben sich fürs kommende Schuljahr mehr Erstklässler angemeldet, als Kapazitäten bestehen. Voerde hat das Problem nicht.
Mehr i-Dötzchen als die beiden Grundschulen aufnehmen können, möchten in Dinslaken zum Schuljahr 2008/2009 die Moltkeschule und die Grundschule in der Hühnerheide besuchen. Das stellte sich jetzt nach dem Ende der Anmeldefrist fürs neue Schuljahr heraus.
597 Jungen und Mädchen sind laut Stadtverwaltung bis jetzt an den zehn Dinslakener Grundschulen angemeldet worden. 55 werden die Schule am Weyer besuchen, 48 die Dorfschule, 66 die Gartenschule, 74 die Klaraschule, 53 die Grundschule in Lohberg, 43 die Averbruchschule, 92 die Bruchschule, 65 die Hagenschule und 33 die Moltkeschule sowie 68 die Schule in der Hühnerheide. Bei den beiden letzteren Grundschulen geht die Rechnung nicht auf. Jetzt muss der Schulleiter entscheiden, welche Kinder dort angenommen werden und welche nicht.
Die Grenze
24 Kinder sind in der Grundschule pro Eingangsklasse Standard.
Allerdings können im Bedarfsfall mehr Jungen und Mädchen in einer Klasse zusammengefasst werden. Die Grenze liegt in den Grundschulen bei 30 Kindern pro Schulklasse.
„Das ist ein Problem, das uns von weiterführenden Schulen schon seit Jahren bekannt ist“, sagt Dinslakens Pressesprecher Horst Dickhäuser. Mit dem von Landesschulministerin Barbara Sommer gewünschten Wegfall der Schulgrenzen stünden die Grundschulen und deren Leiter nun vor neuen Herausforderungen, so Dickhäuser. „Hier zeigt sich, dass die Wahlfreiheit natürliche Grenzen hat.“
Die genaue Zahl bleibt geheim
Wie viele Schüler an den beiden Grundschulen zu viel sind, wollte der Stadt-Pressesprecher nicht sagen. Fest steht aber, dass eine Reihe von Kindern ihre Schulkarriere nicht an der gewünschten Grundschule starten kann. Dies gilt insbesondere für die Erstklässler, die an der Schule in der Hühnerheide angemeldet sind. „Wir gehen davon aus, dass das Problem in der Moltkeschule nicht die Riesenbrisanz hat“, möchte Horst Dickhäuser die Dinslakener Eltern beruhigen. An der Moltkeschule gebe es zwar durchaus zu viele Anmeldungen. Allerdings hätten eine Reihe von Duisburger Eltern ihre Kinder an der Schule in Barmingholten angemeldet. „Es spricht vieles dafür, dass diese Kinder nicht aufgenommen werden“, sagte der Pressesprecher. Denn bei den Auswahlkritierien spiele unter anderem auch die Länge des Schulweges eine Rolle.
In der Hühnerheide jedoch werden einige der angehenden i-Dötzchen auf die Dorfschule oder die Schule am Weyer ausweichen müssen. Der Ansturm auf die Schule in der Hühnerheide sei auf das dortige Neubaugebiet zurückzuführen, so Dickhäuser. „Die Schule liegt im Zuzugsgebiet“, sagt er. Das sei auch der Grund, dass die Klassenstärken der zwei Eingangsklassen nicht komplett ausgereizt werden können.
„Die Schule braucht eine Reserve, beispielsweise für Neuzugänge innerhalb des Schuljahres“, erklärte Dickhäuser. Jetzt wird es Sache des Schulleiters sein, im Gespräch mit den Eltern nach Alternativen für die betroffenen Kinder zu suchen.
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