Dinslaken: Ein Re-Import aus Voerde
VON HEINRICH WULLHORST - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008Dinslaken (RPO). Nach den Jecken aus Alt-Walsum hat jetzt auch die zweite Walsumer Karnevalsgesellschaft, die KG Gruen-Weiss, den Start in die fünfte Jahreszeit erfolgreich hinter sich gebracht. Maik I. und Isabell I. regieren die Narrenschar.
Das Sessionsmotto
Das gruen-weisse Sessionsmotto ist in diesem Jahr etwas lang geraten: „Auf einen Schlag – ein Jahr vergangen. Der Karneval hält uns gefangen“. Es vereint das Hobby des Prinzen, den Golfsport, mit dem Beruf der Prinzessin.
In Aldenrades bester Stube, der Stadthalle, erklang am Samstagabend wieder das „einmal, zweimal, dreimal – Walsum-Helau“, die Erkennungsmelodie der Vierlindener Jecken. Nach dem Abschied von Prinz Hans I. (Holtmann) und Mareike I. (Bindemann) ging das neue Regentenpaar an den Start.
Parkettlegemeister und Polizistin
Maik I. (Zimmermann) ist selbstständiger Parkettlegemeister. Neben dem Karneval, für den er seit vielen Jahren als ständiger Gast der Gruen-Weissen schwärmt, schlägt er leidenschaftlich gerne kleine weiße Bälle auf grünen Rasenflächen weit weg. Die charmante Lieblichkeit an seiner Seite ist Isabell I. Das Lächeln der Polizeikommissarin steckt an, ihre Begeisterung für den Karneval reißt auch das Publikum mit. Kein Wunder, hat sie sich den närrischen Bazillus doch während ihrer Ausbildung in der jeckesten Stadt der Welt eingefangen, in Köln.
So mancher der anwesenden Walsumer Männer wird in Zukunft darauf hoffen, dass wenn ihn die Kelle eines Polizeiwagens stoppt, Isabell I. in ihrem weißen Kleid vor ihm steht und ihn gefangen nimmt. Der Sessionsorden warnt jedenfalls die Jecken vor Alkohol am Steuer. Er zeigt die Handschellen, in denen ein feuchtfröhlicher Abend sein jähes Ende finden könnte. Das Prinzenpaar ist seit seinen Kindheitstagen in Walsum miteinander befreundet. Beide sind verheiratet, allerdings nicht miteinander.
Die Regentschaft ist nicht das erste Projekt, das sie gemeinsam schultern. Vor drei Jahren haben sie mit ihren Partnern zusammen ein Haus in Voerde gebaut und bezogen. Dort fühlen sie sich wohl, aber in der Karnevalszeit werden sie jetzt gerne zum Re-Import und wollen das Alderadener Publikum begeistern.
Die Karnevalsgesellschaft Gruen-Weiss hatte sich bemüht, neben den vielen Gratulanten auch ein buntes Programm auf die Bühne zu bringen. Als „Redner in Not“ beschrieb der Vereinsvorsitzende der Vierlindener Jecken, Udo Winnekendonk, die Leiden eines Büttenredners, bevor er seinen Vortrag auf die Bühne bringen kann. Ständiges Zweifeln am eigenen Text und dauernde Zensurversuche von Präsidenten brächten den Büttenkünstler oft an den Rand des Nervenzusammenbruchs, beschrieb er gereimt und launig, wie es hinter den Kulissen des Karnevals oft zugehe.
Schwungvolles Finale
Neben den Coloured Birds, die in bewährt stimmgewaltiger Manier zum schwungvollen Finale sangen, tanzte sich die Showtanzgruppe Blau-Weiss aus Dingden in die Herzen des Publikums. Elf hübsche Mädchen brachten bei ihrem ersten großen Auftritt ihren indischen Tempeltanz anmutig auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Eine Tänzerin mit 22 Armen schien auf einmal auf der Bühne zu stehen und brachte das Publikum zum Toben.
Ein gelungener Abschlag der Gruen-Weissen in die närrische Session. Jetzt liegt der Golfball mitten auf dem Fairway. Bis zum letzten Putt am Aschermittwoch müssen die Narren aber noch einige Meter hinter sich bringen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




