Hünxe: Ein Weihnachtsbaum für die 3 b
VON CHRISTINA GROLMUSS - zuletzt aktualisiert: 24.12.2009Hünxe (RPO). Kinder der Hünxer Karl-Vogels-Schule haben sich auf den Weg gemacht, um ihren eigenen Weihnachtsbaum zu schlagen. In der Baumschule von Heinz Dickmann wurden sie fündig. Erst wurde ausgesucht, dann gesägt und geschmückt. Jetzt verzaubert der Baum das Klassenzimmer.
Weihnachten wäre wohl nicht Weihnachten, wenn nicht ein Tannenbaum das Zimmer mit Glanz und Tannenduft erfüllen würde. Das dachte sich auch Grundschullehrer Markus Mohr von der Karl-Vogels-Grundschule in Hünxe. Ein Baum muss ins Klassenzimmer.
Und die Kinder sollten die Möglichkeit haben, ihn selber auszusuchen und auch selber zu schlagen. Gemeinsam mit seiner Klasse 3b machte er sich auf den Weg zu Heinz Dickmanns Baumschule. Trotz grauem Himmel und wiederkehrenden Regenschauern. Mit Gummistiefeln und wetterfester Kleidung ausgestattet kommen die Drittklässler mit ihrem Lehrer und ein paar Eltern an der Baumschule an.
Es ist das zweite Mal, dass sie sich hier mit Landschaftsgärtner Heinz Dickmann zum Baumfällen treffen. Der stets lächelnde, freundliche Mann in blauer Jeanslatzhose und Baseballkappe erwartet die Klasse bereits. "Die Kinder kamen schon im vergangenen Jahr", sagt Dickmann. Aber ob es sich um dieselbe Klasse handelt, weiß er nicht mehr so genau. Schon seit 30 Jahren gibt es seine Baumschule an der Minnekenstege. Floristik und Landschaftsbau gehören neben dem Weihnachtsbaumgeschäft ebenfalls zu seinem Angebot.
Eine große Säge hat Dickmann für die Kinder schon bereitgelegt. Durch dicken Matsch müssen sich die kleinen und großen Füße durchschlagen, um zu den dicht beieinander stehenden Bäumen zu gelangen. Auf einer Weide nebenan schnattern ein paar Gänse.
Aber welcher Baum soll nun der Weihnachtsbaum der Klasse 3b werden? Die Kinder haben sich schnell entschieden, suchen eine schlank gewachsene, hübsche Nordmanntanne aus. Malte Pacynski und Antonia Roth setzen die Säge an. "Ein bisschen weiter dahin drücken!"
Es dauert nicht lange und schon macht es "Knacks!" und der Baum ist gefällt. Verwunderlich allerdings, dass es in dem bekannten Lied heißt: "O Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter?"
Denn, das sind doch gar keine Blätter an so einer Tanne, sondern Nadeln. Ganz eindeutig, sie stechen einem ja auch in die Finger wie richtige Nadeln. Die Kinder können sich auf diesen Widerspruch keinen Reim machen. Der ein oder andere habe da allerdings auch schon viel drüber nachgegrübelt. Malte und Antonia schleppen den Baum stolz Richtung Ausgang.
Das Regenwetter hat ihnen bei der Arbeit einige zusätzliche Kräfte abverlangt. "Das Sägen ging schon etwas schwer, weil alles so nass war", erzählt Antonia. Trotzdem haben die beiden es geschafft, den Baum zu bezwingen. Aber er ist noch nicht ganz startklar für die Rückreise in die Grundschule.
Heinz Dickmann hilft mit, den Baum zu verpacken. Er wird durch einen Metalltrichter in ein Netz gezogen und lässt sich so viel leichter transportieren. Bevor es aber mitsamt Weihnachtsbaum im Gepäck wieder in die Klasse zurückgeht, hat Heinz Dickmann noch eine Kleinigkeit für alle vorbereitet. Aus einem Schuppen holt er einen gut gefüllten Weihnachtsteller und bietet jedem Kind und jedem Erwachsenen von seinen Plätzchen, Schokoladen und Printen an.
Mit der Stärkung im Bauch marschieren die Kinder dann zur Schule. "Heute wird der Baum nur in den Klassenraum gebracht, im Anschluss haben wir noch eine Weihnachtsfeier", sagt Klassenlehrer Markus Mohr. Die Arbeit ist also für heute getan.
Einen Tag später wird es im Klassenzimmer dann so richtig weihnachtlich. Der noch nackte Baum wird endlich geschmückt. Jedes Kind hat von zu Hause ein paar bunte Kugeln, Sterne und anderen Schmuck mitgebracht. Gemeinsam machen sie sich ans Werk. Jetzt müsste man nur noch das Rätsel um die Tannenbaumblätter lösen . . .
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