Dinslaken-Hiesfeld: Einblick in die Bundeswehr
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 29.06.2010Dinslaken-Hiesfeld (RPO). Bei seinem Besuch am Hiesfelder Gymnasium vermittelte Jugendoffizier Dominik Heße den Schülern Eindrücke von der Arbeit der Bundeswehr und bemühte sich, die Notwendigkeit von Auslandseinsätzen darzustellen.
An der Wand in einem der Biologieräume des Gymnasiums im Gustav-Heinemann-Schulzentrum sieht man eine dramatische Szene: Ein kleines Boot mit Flüchtlingen aus Afrika kentert. Schnell eilt ein Militärschiff den in Seenot geratenen Menschen zur Hilfe. Rettungswesten werden zu den Flüchtlingen geworfen. "Von den 60 Menschen auf diesem Boot ist ein Dutzend ertrunken", sagte Hauptmann Dominik Heße.
Der Jugendoffizier der Bundeswehr hat den Schülern der Jahrgangsstufe zwölf diesen Filmbeitrag mitgebracht. "Man sollte sich einmal fragen, was einen selbst dazu bringen könnte, sich mit so vielen anderen Menschen in so einem wackeligen Boot aufs Meer zu wagen", sagte der 31-Jährige. Es ist ein Hinweis auf das Problem mit Flüchtlingen, die aus Afrika ihren oft unsicheren Weg nach Europa suchen, aber auch auf die Arbeit der Bundeswehr, die solche Menschen aus dem Meer rettet.
Jugendoffiziere
Anzahl Bundesweit sind zurzeit etwa 90 Jugendoffiziere im Einsatz, die als Öffentlichkeitsarbeiter der Bundeswehr eingesetzt werden.
Angebot Neben dem Schulunterricht werden auch ganztägige Seminare, mehrtägige Seminarfahrten oder Besuche bei der Truppe angeboten.
Infos Mehr zu den Jugendoffizieren gibt es im Internet unter: www.jugendoffizier.eu
Thema "Staat" im Unterricht
In ihren Religions- und Philosophiekursen waren die Schüler beim Thema "Staat" zu den Aufgaben der Bundeswehr gekommen. So war die Idee aufgekommen, sich den Jugendoffizier an die Schule zu holen, um einen anderen Einblick in die Arbeit der Bundeswehr zu bekommen. Diesen anderen Blickwinkel auf die Arbeit der Truppe zu vermitteln, gehört zu den Aufgaben von Dominik Heße.
Dabei steht auch der umstrittene Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auf dem Programm. "In Afghanistan verdienen die Menschen teilweise nur 350 US-Dollar pro Jahr", erklärte der Jugendoffizier den Schülern. Dann folgt ein kleiner Abriss über die Geschichte des Landes und die momentane Situation. "Man muss den Wiederaufbau dort weiter massiv vorantreiben und mehr Sicherheitskräfte ausbilden", sagte Dominik Heße.
Er lehnt es ab, den Einsatz vorschnell zu beenden: "Wenn wir uns aus dem Land zurückziehen würden, dann hätte das weitreichende Konsequenzen. Die Arbeit, die dort in den vergangenen zehn Jahren geleistet wurde, sollte geschützt werden."
Nicht überall gleich Krieg
Die Fragen der Schüler richteten sich auf den Alltag im Auslandseinsatz und die Möglichkeiten, diesen abzulehnen. "Wenn man heute zur Bundeswehr geht, muss man damit rechnen, auch im Ausland eingesetzt zu werden", sagte Dominik Heße. "Allerdings ist auch nicht überall gleich Krieg, wo man als Soldat hinkommt." So erzählte er von seinen vollkommen friedlichen Erlebnissen im Kosovo und machte auch klar, dass man selbst in Afghanistan nicht täglich beschossen wird.
Von den Schülern gab es am Ende des Vortrages Applaus für den Hauptmann.
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