Dinslaken: „Eine große Party“
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 25.06.2007Dinslaken (RPO). Mit einer großen Portion Jazz, Swing und – vor allen Dingen – Rock war sie ausgestattet, die Sommernacht des Musicals. Serkan Kaya, Pia Douwes & Co. hatten das nahezu voll besetzte Burgtheater am Samstagabend zum Abschluss des Fantastivals fest im Griff.
Mit dem Opener wurde dem Publikum direkt mal klar gemacht, in welche Richtung die Sommernacht des Musicals in diesem Jahr geht. „Are you ready to rock?“ grölte Serkan Kaya in das mit 1620 Zuschauern gut besetzte Rund. Und ja, das Publikum war es. Es stampfte mit den Füßen und unterstütze bei „We will rock you“ laut klatschend die Drums. Serkan Kaya bedankte sich mit einem klasse rockig-röhrendem Auftritt – inklusive Headbangen und Zunge raus strecken. Damit war der Bann schon gleich zu Beginn gebrochen. Und keiner zweifelte mehr an den Worten des musikalischen Leiters und Moderators Bertram Ernst, der „eine große Party“ versprochen hatte.
Aftershow-Party
Nach der Show ließen Musicalnacht-Veranstalter Thomas Bauchrowitz, Freilicht AG-Chefin Anne Stieve sowie das Musical-Ensemble den Abend auf der Aftershow-Party im Garten des Weinlokals „Zur Adler Apotheke“ bei Gegrilltem und Wein ausklingen.
Ethan Freeman brachte den Swing
Dafür sorgte auch Ethan Freeman. Der brachte im feinen cremefarbenen Zwirn – unterstützt vom grandiosen, schnippenden Background-Chor – den Swing auf die Bühne. Im Gepäck hatte der Kardinal Richelieu aus „Die drei Musketiere“ die Story von „Leroy Brown“ aus „Chicago“, dem „badest man in the whole damn town“. Dann kam der Auftritt von Pia Douwes. Und damit auch schon das Highlight des Abends. Zumindestens für den männlichen Teil des Publikums. „All that Jazz“ hauchte Douwes im kleinen, glitzernden Schwarzen ins Mikro während sie lasziv und hochhackig über die Bühne stolzierte. Die Männer fächerten sich leicht verzweifelt Luft ins Gesicht. Die Anspannung entlud sich in über einer Minute andauerndem Donnerapplaus.
Mit viel Volumen und einer großartigen, glasklaren Charakterstimme sorgte Jessica Kessler im rosafarbenen Abendkleid bei „Heroes“ für Gänsehaut, ehe mit Andreas Bieber ein alter Bekannter die Bühne enterte und das mal melancholische, mal schwer rockende „Als die Liebe entstand“ aus dem Musical „Hedwig“ präsentierte. Wie gut der dreiköpfige Background-Chor wirklich war, zeigten sie bei seinem fünfminütigen A cappella-Auftritt. In bester Beat-Box-Manier legte er einen großartigen Funk-, Soul-, Hip-Hop-Auftritt aufs Parkett und wurde dafür frenetisch vom begeisterten Publikum gefeiert.
„Die grüne Hexe“
Zeit zum Durchatmen gab es bei Pia Douwes und der Premiere von „Die grüne Hexe“ aus „Wicked“, das im Oktober in Stuttgart startet. Doch lange zurücklehnen konnten sich die Zuschauer nicht, denn spätestens bei „You’re the one that I want“ aus „Grease“ forderten Jessica Kessler und Andreas Bieber das Publikum wieder ganz.
Am Ende dauerte es weit über drei Stunden, ehe die frenetisch pfeifenden, klatschenden und jubelnden Zuschauer das rockende Musical-Ensemble endgültig von der Bühne gehen ließ.
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