Dinslaken: Einfach toll
VON MATTHIAS KNAUER - zuletzt aktualisiert: 20.09.2011Dinslaken (RP). Manchmal reichen nur wenige Lieder aus, um ein grandioses Konzert abzuliefern. Dieses durchaus schwierige Kunststück gelang dem Projektchor Sing!Dinslaken auf mitreißende Weise.
In der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums hatten die Sänger und Sängerinnen aus Dinslaken und dem Umland zwei Tage lang intensiv gearbeitet. Kirby Shaw, amerikanischer Großmeister der Chormusik, war eigens aus Oregon angereist, um mit den Damen und Herren in Deutschland einige Stücke einzustudieren. Das Ergebnis konnte sich nicht nur hören lassen, es war geradezu grandios.
Schon bei den ersten Takten von "Celebration" war klar, hier ging es nicht um das pure Wiedergeben einstudierter Lieder. Mit strahlenden Augen, jeder Menge Energie und Hingabe zeigten die Sängerinnen und Sänger, wie Chormusik klingen kann. Selbstverständlich wurde da gelacht, sogar getanzt.
Zusammenarbeit
Aufenthalt Kirby Shaw zeigte sich von der Begeisterungsfähigkeit der deutschen Sänger und Sängerinnen beeindruckt. Die Zusammenarbeit sei toll gewesen, habe eine Menge Spaß gemacht.
Rückflug Morgen fliegt Shaw wieder zurück in die Heimat nach Oregon. Als Mitbringsel darf er eine Auswahl Pralinen mitnehmen, hatte sich Shaw doch in den zwei Tagen als "süßer Nascher" entpuppt.
Gedacht als Nachfolge-Workshop zum letztjährigen Ruhr.2010-Projekt war der Kontakt zwischen dem Dinslakener Chor "Haste Töne" und Kirby Shaw entstanden. Nach und nach hatte man sich auf Eckdaten geeinigt, und der Altmeister war auf Anhieb Feuer und Flamme. Er ließ sich auch nicht von seinem 70. Geburtstag abhalten.
Schon 2500 Lieder arrangiert
Am Samstag und Sonntag wurde gesungen, geprobt und arrangiert. Shaw hat inzwischen wohl mehr als 2500 Lieder für Chöre arrangiert. Darunter auch Klassiker wie "You are so beautiful", den der Projektchor a capella vortrug – ganz zur Begeisterung des Publikums.
Shaw sorgte unterdessen für beste Unterhaltung mit launigen Anmoderationen zwischen den Stücken. "Brothers & Sisters", "I've got the music in me" sorgten genauso für Begeisterung beim Publikum wie "This house is rockin". Bei dem jazzigen Stück steuerten zahlreiche Solisten und Solistinnen kurze Zeilen hinzu, manche begleiteten die Melodien mit Lauten und Silben, und eine Sängerin legte mit Shaw eine kesse Sohle aufs Parkett.
Mitklatschen war ausdrücklich erlaubt. "Too hot to samba" und "That's when the music takes me" rundeten den kurzweiligen Konzertabend ab. Freude am Gesang und jede Menge Energie sorgten für viel Applaus. Mit dem eigens einstudierten "Night and day", natürlich ein Shaw-Arrangement, bedankte sich der Chor für die leidenschaftliche und begeisternde Zusammenarbeit bei dem Amerikaner.
So macht Chorgesang Spaß und die Fortsetzung eines ähnlichen Workshops soll auch im nächsten Jahr wieder geplant werden. Tolle Idee, tolle Umsetzung, einfach toll.
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