Dinslaken: Eiszeit auf dem Arbeitsmarkt
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010Dinslaken (RPO). Der harte Winter kostet viele Jobs auf der Baustelle und im Gartenbau. Auch die Wirtschaftskrise ist zu spüren. Die Arbeitslosenquote in Dinslaken, Voerde und Hünxe stieg auf 7,7 Prozent an. Kurzarbeit wirkt weiter dämpfend.
Jobangebote
Die Agentur für Arbeit Dinslaken sucht Bewerber unter anderem für diese Jobs:
Drucker/Offsetdrucker (Kleinoffsetdrucker) Erforderlich sind Kenntnisse der Maschine Printmaster GTO 52, der Schneidemaschine Polar 290 und der Heidelberger Tiegel-Presse; Stelle frei ab 1. Februar; befristet auf zwölf Monate, Übernahme möglich; 20 Stunden Teilzeit pro Woche, 8 bis 12 Uhr.
Walzenfahrer (Erdbewegungsmaschinenführer) Voraussetzung sind eine Ausbildung zum Baugeräteführer sowie Kenntnisse in Raupen-, Grader-, Walzen- und Radladerführung; Stelle frei ab 1. Februar; unbefristete Beschäftigung in Vollzeit
Koch/Köchin Eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Koch, Zuverlässigkeit und Flexibilität werden vorausgesetzt, Berufserfahrung ist erwünscht.
Der überaus kalte, schneereiche Winter hat viele Jobs in Dinslaken, Voerde und Hünxe auf Eis gelegt. Betroffen sind insbesondere das Baugewerbe sowie der Garten- und Landschaftsbau, neue Arbeitslose im Januar stammten aber auch aus Autowerkstätten und dem Handel. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Agentur für Arbeit Dinslaken, die neben Dinslaken auch für Voerde und Hünxe zuständig ist, stieg insgesamt auf 7,7 Prozent an. Im Vormonat lag die Quote noch bei 7,1 Prozent, im Januar 2009 gar bei 6,8 Prozent.
Die Steigerung im vergangenen Monat hängt laut Agentur-Chef Peter Greifenhofer auch mit konjunkturellen Problemen zusammen, die von der Finanzkrise herrühren. Immerhin entfaltet die Kurzarbeit nach wie vor eine dämpfende Wirkung; ohne dieses krisenerprobte Instrument hätten nach Einschätzung Greifenhofers deutlich mehr Leute im Januar ihren Job verloren. Es kommen auch immer noch neue Anträge auf Kurzarbeit hinzu. Im Bereich der Arbeitsagentur Wesel (zuständig für die Kreise Wesel und Kleve) meldeten für den zurückliegenden Monat 29 Betriebe Kurzarbeit an; im Dinslakener Agenturbereich sahen fünf Firmen einen entsprechenden Bedarf für insgesamt 24 ihrer Mitarbeiter.
400 mehr ohne Job
Die Arbeitslosenquote im Januar liest sich in absoluten Zahlen so: knapp 4700 Menschen ohne Job in Dinslaken, Voerde und Hünxe, fast 400 mehr als im Dezember 2009 und sogar gut 600 mehr als im Januar 2009.
Einen Lichtschimmer in diesen Krisenzeiten macht der Dinslakener Agentur-Leiter Greifenhofer bei den Stellenangeboten der Firmenchefs aus. Zwar ist mit zurzeit 275 gemeldeten Stellen noch nicht wieder das Vorjahresniveau erreicht – im Januar 2009 konnte die Arbeitsagentur 304 freie Jobs in Dinslaken, Voerde und Hünxe anbieten. Dagegen wurden im zurückliegenden Monat erfreulich viele freie Stellen neu gemeldet, nämlich 134. Im Dezember 2009 verbuchte die Arbeitsagentur nur 78 Neuzugänge in ihrer Job-Datenbank, im Januar 2009 waren es 110.
Mit mehreren Programmen versuchen die Arbeitsagentur Dinslaken und die Arge, Arbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bekommen. Die Arbeitsagentur konzentriert sich dabei insbesondere auf Ungelernte und solche Personen, die nach längerer Hilfsarbeit erst wieder zur Fachkraft ausgebildet werden müssen. Für diese Zielgruppe stehen verschiedene Förderansätze zur Verfügung. Die Qualifizierung ist auf Branchen mit Fachkräftemangel ausgerichtet, laut Greifenhofer sind zum Beispiel Kraftfahrer, Metallarbeiter und vor allem Altenpfleger. Mit mindestens 45 Bewerbern will die Arbeitsagentur dieses Programm umsetzen.
Die Arge befasst sich unter anderem mit schwer vermittelbaren Personen mit Schulden, Drogenproblemen und schwierigen Familienverhältnissen. Sie bekommen vier- bis zwölfwöchige Schnupperphasen in Betrieben geboten, um Interessen zu klären und Befähigungen zu überprüfen.
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