Dinslaken: Eltern-Protest in Kirche stößt auf Kritik
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009Dinslaken (RPO). dinslaken-eppinghoven Der Eltern-Protest in der Sankt-Johannes-Kirche gegen den Verlust eines katholischen Kindergartens im Ort ist beim Kirchenvorstand "auf extremsten Unmut gestoßen". Das sagte gestern der Vorsitzende des Personalausschusses im Kirchenvorstand, Andreas Brosthaus, der RP. "Wir freuen uns, wenn die Eltern sich einbringen. Jeder darf seine Meinung sagen. Aber einen Protest in einer Kirche, noch dazu während einer Adventsfeier, kritisieren wir aufs Schärfste."
Der Elternrat des Kindergartens Sankt Johannes hatte in der Pfarrkirche ein Transparent hoch gehalten und eine Stellungnahme verlesen. Darin wurde dem Kirchenvorstand der Großgemeinde Sankt Vincentius vorgeworfen, einen möglicherweise durch die Stadt finanzierten Kita-Neubau in Eppinghoven verhindern zu wollen. Die bestehende Kita steht vor dem Aus, weil sie nicht zur nötigen Betreuung von unter Dreijährigen taugt. Geplant war die Schließung für 2012, der Jugendhilfeausschuss hat diese Frist aber zunächst aufgehoben.
Vorstand nicht gegen Neubau
Andreas Brosthaus widersprach der Stellungnahme der Eltern. Der Kirchenvorstand befasse sich sehr wohl ernsthaft mit der Möglichkeit eines Kita-Neubaus in Eppinghoven. "Wenn die Stadt uns finanzielle Hilfe zusagt, sind wir die letzten, die einen Neubau verweigern. Wir stehen grundsätzlich zu dieser Idee", sagte Brosthaus. Nach ersten Kontakten müssten weitere Gespräche geführt werden mit Stadt, Bistum, Politikern, im Kirchenvorstand und mit dem Vorsitzenden Pastor Theo van Doornick. Den schützte er vor der Kritik der Eltern: "Er steht den Möglichkeiten offen gegenüber. Wir müssen klare Vorstellungen bringen und ihn überzeugen."
Brosthaus zufolge wird sich der Kirchenvorstand Anfang 2010 positionieren. In der Zwischenzeit hofft er, mit dem Elternrat auf die gewohnt vertrauensvolle Basis zurückzufinden. Dessen Konzept für eine neue Kita stecke voller guter Ideen, Mühe und Akribie.
Eine zügige Entscheidung des Kirchenvorstands erwartet der CDU-Sozialpolitiker Thomas Groß. Er hat mit dem Elternrat über die Kita-Situation geredet. "Ich begrüße die Initiative der Eltern, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Kirche muss sich erklären." Das Kita-Konzept der Eltern hält er für "diskussionswürdig und zukunftsfähig". Groß wünscht eine katholische Kita in Eppinghoven, um die Trägervielfalt dort zu erhalten.
Die Stadt hält sich in der Diskussion noch bedeckt. "Erst einmal müssen die Eltern die Kirche hinter sich bringen", sagte Stadtsprecher Thomas Pieperhoff der RP. Und die Frage, ob die katholische Kirche als Kita-Träger fungieren werde, müsse ebenfalls geklärt werden. Ehe die Stadt überhaupt als Bauherr auftreten könne, müsse außerdem der Verbund aller Kita-Träger in Dinslaken, die AG 78, einbezogen werden. Ohne Abstimmung, mit dieser Begehrlichkeit sieht die Stadt sich konfrontiert, könnten künftig auch andere Träger nach Neubauten durch die Stadt rufen.
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