Dinslaken: Facettenreicher Stilmix
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 13.07.2009Dinslaken (RPO). Gestern eröffnete der Kulturkreis Dinslaken die erste eigene Ausstellung von Christine Lodewick. Im Café Lueg stellt die neugierige Hobby-Künstlerin bis Oktober ihre Werke unter dem Titel "Bilder-Bücher" aus.
"Der Mensch steht immer im Mittelpunkt", sagt Gabriele Scholz, Erste Vorsitzende des Kulturkreises Dinslaken, über die Werke von Christine Lodewick. Die feierte gestern mit vielen geladenen Gästen die Eröffnung ihrer ersten eigenen Ausstellung. Unter dem Titel "Bilder-Bücher" zeigt die begeisterte Hobby-Künstlerin Bilder, Objekte und Collagen rund um das Thema "Papier".
Experimente mit Papier
Am Anfang stand für Christine Lodewick die Aquarellmalerei Doch sich auf bloß eine Darreichungsform von Kunst zu beschränken, war ihre Sache nie. Innerhalb kurzer Zeit besuchte sie zahlreiche Kurse in Schreibwerkstätten, unter anderem bei Anu Maarit Stoor und Adnan Köse, erlernte das Schöpfen von Papier in der Künstlerwerkstatt des Scholtenhofs und bearbeitete ihre neuen Werke anschließend buchbinderisch. Ausflüge in die verschiedenen Buchbindetechniken und Experimente mit Papier zur Schmuckherstellung folgten. Doch nie kam Christine Lodewick endgültig an. Zu groß war ihre Neugierde auf Neues.
Nicht verzetteln
Eine große Bandbreite künstlerischer Betätigungen kann schnell zur Verzettelung führen. Doch das Oberthema von Christine Lodewick bleibt stets dasselbe: "Alles rund um das Papier". Das wiederum sei neben Farben und Worten stets nur Mittel zum Zweck, nämlich zur Auseinandersetzung mit dem Menschen, bemerkte Gabriele Scholz bei der Eröffnung.
Trotzdem stellte sich konsequenterweise irgendwann einmal die Fragen: Was will man denn nun wirklich? Worauf gilt es, sich zu spezialisieren? Oder kann man nicht vielleicht alles unter einen Hut bringen? Letztere Frage darf beim Gang durchs Café Lueg nun mit "Ja" beantwortet werden. Farben und Worte springen den Gästen entgegen, verschieden Papiere, Strukturen und Materialien verschlingen sich ineinander, konkurrieren um das Augenmerk des Betrachters und nehmen sich dennoch gegenseitig nichts weg. Die Symbiose ist gelungen. Doch Christine Lodewick war trotzdem schrecklich aufgeregt.
Erst nachdem Gabriele Scholz jedes der ausgestellten Werke in ihrer Eröffnungsrede kurz vorgestellt und miteinander in Verbindung gebracht hatte, die ersten Sektgläser verteilt waren und sich die Kunstinteressierten langsam in kleinen Grüppchen ihre Runden drehten, atmete die Künstlerin auf. "Ich bin absolut überwältigt von der guten Resonanz." Noch bis Mitte Oktober werden ihre Werke bei Lueg präsentiert und vielleicht sogar den ein oder anderen Käufer finden.
Blick für das Kleine
Neben einigen Acryl-Bildern mit Texten fanden gestern besonders die zu Collagen zusammengefügten Buchbindearbeiten bei den Besuchern Anklang. Mit Wort- oder Farbakzenten vermitteln sie hoffnungsvolle Botschaften und mahnen, sich den Blick für das Kleine zu erhalten.
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