Dinslaken: Familien sägen Tannenbaum selbst
VON BETTINA PIELKA - zuletzt aktualisiert: 19.12.2011Hünxe-Drevenack (RP). Weihnachten ohne Tannenbaum ist für viele schwer vorstellbar. Warum also nicht selbst auf die Suche gehen – zum Beispiel auf Schulte Drevenacks Hof. Dort können die Besucher die Bäume frisch aus der Schonung sägen und hinterher über den Weihnachtsmarkt flanieren.
Der Parkplatz vor Schulte-Drevenacks Hof ist voll besetzt. Hinter dem Hof von Familie Buchmann streifen Familien über die Felder. Sie sind auf der Suche nach dem perfekten Baum für das Weihnachtsfest. Auch Familie Bartnick hat Arbeitshandschuhe und Säge nicht vergessen. Denn ganz traditionell soll der Baum aus eigener Kraft "gefällt" werden. "Mama, ich will den hier haben. Der ist schön dick", sagt Franziska (7). Seit Nicole und Maik Bartnick vor zwölf Jahren ihr eigenes Haus bezogen haben, ist das Baumschlagen fester Bestandteil vorweihnachtlicher Rituale. "Obwohl es bei mir schon länger Tradition hat. Ich hab das immer mit meinem Vater gemacht", erzählt Nicole Bartnick. "Das gehört einfach zu Weihnachten dazu. Danach trinken wir noch Glühwein und Kinderpunsch", erzählt ihr Mann Maik.
Tannenbaumverkauf
4000 Tannen stehen für die Besucher zum "Selbstschlagen" auf den Feldern zur Auswahl. Auch fertig geschlagenen Bäume stehen auf dem Hof bereit. Täglich von 9 bis 17 Uhr sowie am Heiligabend bis 13 Uhr auf dem Schulte Drevenacks Hof, Dinslakener Straße 3.
Hündin Amy ist das erste Mal dabei und schnuppert fleißig nach dem richtigen Baum. Die beiden Kinder haben sichtlich Spaß an dem Familienausflug an der frischen Luft. Sohn Bastian (3) hält seine Spielzeugkettensäge auch an die Tanne, wenn Papa Maik sich ans Werk macht. "Wir haben bis jetzt jedes Jahr einen Baum gefunden. Dieses Mal erweist sich das aber als etwas schwieriger", plaudert Papa Maik aus dem Nähkästchen.
Ob Tanne, Fichte oder Kiefer, für viele Familien ist es Tradition, den Baum für das Weihnachtsfest selbst aus dem Wald zu holen. Denn nichts ist erfreulicher, als ein frisch geschlagener Baum, der nach Harz und Tanne riecht.
"Das ist noch ein echtes und ursprüngliches Erlebnis", sagt Dirk Buchmann. Auch seine Bäume werden immer besser. Zwei Meter hoch, nicht zu licht und nicht zu breit. Vor etwa 30 Jahren begann der Landwirt, die Bäume aus den Gärten seiner Oma zu verkaufen. Seit 16 Jahren können sich die Familien nun ihren Weihnachtsbaum selber schlagen.
Auf dem Hof flanieren unterdessen die Besucher an den vielen Ständen vorbei. Im Hintergrund erklingt das Lied von der Weihnachtsbäckerei, was die Besucher in adventliche Stimmung versetzt. Die Tische in der muckelig warmen Scheune, die festlich im sanften Schein der Lichterketten erstrahlt, sind voll besetzt. Der Glühwein wärmt herrlich von innen. Die Familien stärken sich mit Grünkohl, Kuchen und frischen Waffeln. Denn beim Baumschlagen kommt der ein oder andere auch schon mal ins Schwitzen.
Mit dem Bollerwagen wird der gefällte Tannenbaum auf den Hof befördert, um dann in Transportnetze verpackt zu werden. Auf dem Autodach befestigt, kommt der Weihnachtsbaum aus der Drevenacker Schonung dann direkt ins Wohnzimmer.
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