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Dinslaken: Fördertürme: Kaum Hoffnung

VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 09.12.2008

Dinslaken (RPO). Im Dinslakener Rathaus glaubt man nicht, dass die Lohberger Fördertürme erhalten werden können. Die Verwaltung rechnet ganz kurzfristig mit der Abrissgenehmigung von Landesbauminister Oliver Wittke.

Info

Luftreinhalteplan

Die Bezirksregierung wird einen Luftreinhalteplan für Dinslaken aufstellen. Wie Gerhard Kaltwasser, zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung, dem Ausschuss berichtete, soll der Entwurf im April kommenden Jahres vorliegen. Der Luftreinhalteplan könnte dann im September in Kraft treten.

Eigentlich hätte er erwartet, dass die Abrissgenehmigung des Ministers bereits auf seinen Schreibtisch geflattert wäre. Helge Uhlig, Leiter des Bauordnungsamtes und bei der Stadt für Denkmalangelegenheiten zuständig, hält es, wie er gestern im Planungsausschuss deutlich machte, nur noch für eine Frage der Zeit, bis der Bescheid aus Düsseldorf kommt.

Bereits im April hatte die RAG die Demontage der beiden Lohberger Fördertürme, die seit 1999 unter Denkmalschutz stehen, beantragt. Sie will sie in die Türkei verkaufen. Die Stadt hat diesen Antrag als, so Uhlig, als „unvollständig und unbegründet“ zurückgewiesen.

Der Landschaftsverband sah das auch so. Im August hat die RAG dann noch einmal nachgelegt. Im September erhielt sie von der Stadt den endgültigen Ablehnungsbescheid. Im Oktober hat die RAG dann eine Klage und gleichzeitig einen Antrag auf Übernahme des Baudenkmals durch die Stadt angekündigt.

Am 30. Oktober gab es dann einen Ortstermin mit Vertretern des Düsseldorfer Ministeriums und von diesen das Signal, dass die Fördertürme fallen können. Am 12. November hat die Bürgermeisterin mit Minister Oliver Wittke gesprochen. Der kündigte an, die Genehmigung zum Abriss erteilen zu wollen. Das ist der Stand der Dinge, wie Uhlig ihn darstellte.

CDU-Planungsexperte Stefan Buchmann fand es sehr bedauerlich, dass die Politik erst im November informiert worden ist. Er erinnerte an die Planungen zur Zukunft des Lohberger Zechengeländes, die von der Stadt erarbeitet worden sind und zu denen die denkmalgeschützten Bauwerke auf dem Gelände gehörten.

Buchmann forderte dazu auf, nicht vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen und doch noch den Versuch zu unternehmen, die Türme zu retten. Er verwies darauf, dass die Stadt im Zuge der Überplanung eine Veränderungssperre für das Gelände erlassen hat. Damit könne sie, so vermutete er, den Minister „zumindest eine Zeit lang“ vor die Wand laufen lassen. Dass die Fördergerüste für die künftige Entwicklung des Zechengeländes aus städtebaulicher Sicht von großer Bedeutung sind, betonte auch Wilfried Klein, stellvertretender Planungsamtsleiter und im Rathaus für die Lohberger Planung zuständig.

Allerdings sieht auch er kaum eine Chance, die Türme zu erhalten. Auch einem Kompromiss, der wenigstens das ältere Fördergerüst erhalten würde, gibt er kaum eine Chance. Das Ministerium hätte dem zwar zugestimmt, aber gleichzeitig klar gemacht, dass es keine Fördergelder geben werde.

Die Stadt aber wäre gezwungen, die Türme zu übernehmen, wenn der Eigentümer, sie nicht wirtschaftlich weiter betreiben könne. „Würde die Stadt dies tun“, so Klein, „würden alle zehn Jahre 750.000 Euro für die Renovierung und Instandhaltung fällig.

Die Befürchtung Buchmanns, dass mit dem Abriss der Fördertürme nur der Anfang gemacht würde und dann mit der Begründung der Unwirtschaftlichkeit nach und nach alle denkmalgeschützten Gebäude fallen würden, teilt Klein nicht. Für diese Gebäude gebe es neue Nutzungsmöglichkeiten. Zwei Mieter seien bereits gefunden, berichtete er.

Quelle: RP

 
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