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Dinslaken: Frauen setzen Akzente

VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 27.05.2011

Dinslaken (RPO). Fußball ist Frauensache, ebenso wie Politik. Für das Dinslakener Frauenforum eine klare Sache. Seit 23 Jahren treffen sich engagierte Frauen aus Kirchen, Parteien, Selbsthilfegruppen und Initiativen, um gemeinsam Akzente zu setzen.

Gemeinsam stark: Das Frauenforum Dinslaken um Gleichstellungsbeauftragte Marianne Laufhof (4. von links) will auch in Zukunft frauenpolitische Themen voranbringen und Akzente in der Kultur setzen.  Foto: RPO
Gemeinsam stark: Das Frauenforum Dinslaken um Gleichstellungsbeauftragte Marianne Laufhof (4. von links) will auch in Zukunft frauenpolitische Themen voranbringen und Akzente in der Kultur setzen. Foto: RPO

Organisatorisch ist das Forum, dem mittlerweile über 30 Frauengruppen angehören, an die Gleichstellungsstelle angebunden. "Wir sehen uns als Multiplikatorinnen, die die Gleichstellungsdiskussion in unsere Lebens- und Arbeitsbereiche hineintragen", sagt Gleichstellungsbeauftragte Marianne Lauhof. "Wir setzen Akzente in der Kultur und Politik."

Das Forum will den Boden bereiten, um die Situation der Frauen in Dinslaken zu verbessern. Das soll auch nach dem jetzt anstehenden Wechsel in der Gleichstellungsstelle so bleiben. Will heißen: Marianne Lauhof geht, die Arbeitsschwerpunkte bleiben. Dazu zählen Kinderbetreuung, Gewalt gegen Frauen und Kinder, sexuelle Gewalt, Menschenhandel und Prostitution, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wohnmodelle für Alleinerziehende und Familien, Armut von Frauen und Kindern, Mammografie-Screening,

Info

Das Frauenforum

Das Frauenforum Dinslaken ist ein Zusammenschluss zahlreicher Dinslakener Frauenorganisationen und -gruppen. Seit 1988 treffen sich die Mitglieder einmal monatlich auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten im Rathaus.

Kontakt Tel. 02064 66471 469.

Mehr Frauen in den Rat

Besonders in den Fokus nehmen will das Frauenforum das Thema "Mehr Frauen in der Kommunalpolitik". Wenn in Dinslaken nur neun von 57 Ratsmitgliedern Frauen seien, laufe etwas falsch, meint Dr. Doris Beer vom Lohberger Unternehmerinnenzentrum. Gründe für die starke Präsenz der Männer in der Politik seien bekannt. Frauen hätten zu wenig Zeit. Sie seien zu sehr in Familie und Kindererziehung eingebunden. Gerade junge Frauen seien nur schwer für die Politik zu gewinnen.

Ebenso schwierig ist es, sie für die Arbeit im Frauenforum zu begeistern. "Voraussetzung dafür ist, dass die Ehemänner mitziehen", sagt Marianne Lauhof. Die Frauen müssten zudem begreifen, dass das Forum Frauen-Themen aufbereite und wichtige Initialzündungen gebe, damit sie in den politischen Raum gelangen. Damit darüber diskutiert und beraten wird.

Das Frauenforum hat in den vergangenen 23 Jahren eine Menge angestoßen, soziale Projekte vorangebracht, Veranstaltungen rund um den Frauentag organisiert, Infomärkte, Kulturtage, Konferenzen, Ausstellungen, Tauschbörsen und Feste veranstaltet. Die Frauen, die sich hier engagieren, sind überzeugte und hartnäckige Netzwerkerinnen, die auch Frauen, die keiner Organisation angehören, mit ins Boot holen.

Sie wissen, wie dick die Bretter sind, die sie bohren müssen, um etwas zu erreichen. Sie wissen aber auch, dass sich die Anstrengung lohnt. Ein besonders ehrgeiziges Ziel, das sich das Frauenforum auf die Fahnen geschrieben hat, ist die Umsetzung der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf kommunaler Ebene. Es ist jeder einzelnen Kommune überlassen, sie zu unterzeichnen. Das Frauenforum will Impulse geben, dass dies in nicht allzu ferner Zukunft auch in Dinslaken geschieht.

Es gibt Aufgaben, die einfacher zu bewältigen sind: Männer davon zu überzeugen, dass Fußball auch Frauensache ist, zum Beispiel. Bei der Frauen-WM besteht dazu ab 26. Juni Gelegenheit. Bochum, Leverkusen und Mönchengladbach sind nicht weit.

Das Dinslakener Frauenforum ist beim "Anpfiff 20Elf" jedenfalls voll am Ball.

Quelle: RP

 
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