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Dinslaken: Freundschaft im Großformat

VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010

Dinslaken (RPO). Kunst verbindet. Manchmal macht sie aus Fremden Freunde: Zehn Künstler der Lebenshilfe Dinslaken und zehn der Partnerwerkstätten aus Agen haben dies erfahren. Im Bürgerbüro präsentieren sie ihr Projekt "Din-Art Zeltkunst".

Jürgen Weber (links), pädagogischer Leiter der Lebenshilfe Dinslaken und Mitinitiator des Projektes, mit sieben der zehn Dinslakener Zeltkünstler.  Foto: RPO
Jürgen Weber (links), pädagogischer Leiter der Lebenshilfe Dinslaken und Mitinitiator des Projektes, mit sieben der zehn Dinslakener Zeltkünstler. Foto: RPO

Zehn Bilder, zehnmal "Freundschaft" im Großformat – bunt, wild, ausdrucksstark. Gemalt von Menschen mit geistiger Behinderung, Künstlern aus Dinslaken und Agen. Die Bilder sind bei gegenseitigen Besuchen im Rahmen von mehrtägigen Workshops entstanden. Diese Besuche waren für die Zeltkünstler das Allergrößte. Matthias Fahrendholz hat das Projekt "riesig Spaß gemacht", verriet er der Rheinischen Post. "Am schönsten sind die Freundschaften, die entstanden sind." Für Bernd Luxenburger war es "ein gutes Jahr. Man hat viel gelernt. Ich würde das gern noch mal machen."

Info

Nächster Halt: Agen

Bürgermeister Heidinger kündigte an, dass die Ausstellung demnächst auch in Dinslakens französischer Partnerstadt Agen gezeigt werde. Die große Steinskulptur der Zeltkünstler soll in Kürze im Burginnenhof aufgestellt werden.

Kräftiger Applaus

Während der junge Mann das sagt, nicken die anderen Künstler. Einige lächeln, andere blicken verschämt zu Boden. So eine Vernissage ist eine aufregende Sache, vor allem, wenn die Besucher kräftig applaudieren. Dass die Ausstellung schon zum dritten Mal in Dinslaken zu sehen ist, macht sie für die Beteiligten nicht weniger spannend. Die Premiere gab es im Januar bei der Local-Hero-Woche im Kunstzelt am Rathausteich. Auch bei der Extraschicht im Kreativ-Quartier wurden die Bilder gezeigt. Jetzt hängen sie im Bürgerbüro. Genau dort gehören sie hin, sagte Bürgermeister Michael Heidinger. "Kunst soll sich nicht einschließen, sie muss raus in den öffentliche Raum."

Dass sie überhaupt zu sehen ist, ist auch ein Verdienst von Regine Strehlow-Lorenz und Ruth Bojarra. Die beiden Dinslakener Künstlerinnen haben das Projekt ein Jahr lang begleitet. Von Januar bis Dezember 2009 traf sich die Gruppe der Albert-Schweitzer-Werkstätten regelmäßig in ihrem Atelier. "Relativ schnell stellten sich Schwerpunkte und immer wiederkehrende Formsprachen heraus. Die Teilnehmer entwickelten ihren eigenen Stil", erklärte Regine Strehlow-Lorenz gestern im Bürgerbüro. Beim Workshop in der Heidebrinkschule im Oktober 2009 stand das gemeinsame malerische Schaffen mit den Franzosen im Vordergrund. "Die Künstler der Lebenshilfe und der Werkstätten Lamothe-Pulin aus Agen können stolz auf ihre Arbeiten und auf diese Ausstellung sein", ergänzte Ruth Bojarra. "Sie zeigt ein weiteres Mal: Kunst kennt keine Behinderung."

Quelle: RP

 
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