Dinslaken: Für Landstraßen reicht das Salz
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Dinslaken (RPO). Dank langfristiger Verträge wird die Straßenmeisterei Voerde weiter mit Streusalz beliefert. Die Mengen sind aber gering, Betriebsleiter Günther Berkels hofft auf mildes Wetter. Wird's nochmal eisig, wird in Voerde Sand verstreut.
Die Vorfreude auf Regen bringt man hier zu Lande mit Gartenbesitzern im Sommer in Verbindung. Günther Berkels sehnt den Niederschlag aber schon jetzt herbei, weil dieser für Temperaturen im Plusbereich steht. Berkels leitet die Straßenmeisterei Voerde und ist verantwortlich für den Winterdienst auf den Land- und Bundesstraßen samt Radwegen im rechtsrheinischen Teil des Kreises Wesel. "Selbst wenn es noch einmal kalt wird, denke ich, dass wir ausreichend Streusalz haben werden", sagte Berkels am Mittwoch unserer Redaktion.
"Aber es wäre schon an der Zeit, dass der Winter vorbei ist oder wenigstens eine längere Pause einlegt. Dieses tägliche Taktieren mit den Salzmengen, dieser ständige Notstand ist schon schwierig. So etwas habe ich in meinen 20 Jahren in diesem Job noch nicht erlebt." Die nächsten Tage soll es den Meteorologen zufolge nass und milder werden.
Verbrauch
Straßenmeisterei Voerde Die Niederlassung ist für 300 Kilometer Bundes- und Landstraßen sowie 220 Kilometer Radwege zuständig. Pro Runde werden 20 Tonnen Streusalz verbraucht.
DIN-Service Auf einer normalen Runde durchs Dinslakener Stadtgebiet schmelzen die Salzvorräte um etwa fünf Tonnen zusammen.
Halle leergefegt
Das Salzlager der Straßenmeisterei war am Dienstagmorgen radikal leergefegt. "Da hätten wir die Halle streichen können", flachst Straßenmeister Berkels. Kurz darauf brachten zwei Sattelzüge 50 Tonnen Streusalz vom Salzbergwerk in Rheinberg-Borth, "mit denen haben wir langfristige Verträge".
Die Straßenmeisterei Voerde ist eine von mehreren Niederlassungen des Landesbetriebs Straßenbau am Niederrhein. Anhand der Meldungen über Lagerbestände entscheidet die Zentrale in Gelsenkirchen von Tag zu Tag, welche Niederlassung wie viel Streusalz bekommt. "Notfalls stimmt man sich mit benachbarten Niederlassungen ab, wer vielleicht etwas abgeben kann", erläutert Berkels. Anfangs hat er den städtischen Winterdiensten in Dinslaken und Voerde noch etwas Salz abtreten können, "jetzt geht das aber nicht mehr, sonst holt mich das ein".
Die Stadt Voerde hat die Hoffnung auf Landeshilfe trotzdem noch nicht aufgegeben. "Wenn es 14 Tage mild bleibt, vielleicht können wir dann nochmal etwas Salz von der Straßenmeisterei bekommen, falls es wieder kalt wird", sagte Ernst Brill, Leiter des Baubetriebshofs. Seine Vorräte reichen noch für einen Tag. Wenn alle Stricke reißen, wird Brill, wie es seine Dinslakener Kollegen vorgemacht haben, auf Sand zurückgreifen müssen.
"Das würde ich aber nur ungern tun, weil man den Sand schlecht wieder von der Straße bekommt." In Dinslaken hat der DIN-Service schon reichlich Sand auf den Straßen verteilt, um Glatteis abzustumpfen. "Wenn es ab nächster Woche wieder eisig werden sollte, müssten wir wohl wieder Sand streuen", sagte Frank Moselewski, Leiter des Servicebetriebs.
Am Dienstag war das Salzlager leer, inzwischen hat der DIN-Service nochmal 50 Tonnen Salzersatz bekommen. "Aber jetzt ist endgültig Schluss, hat uns der Lieferant mitgeteilt", berichtete Moselewski.
Hünxe setzt auch auf Salzersatz. Die Eigenschaften dieses Streuguts sind aus Sicht von Bürgermeister Hermann Hansen gut genug, zumal vor dem Hintergrund horrender Salzpreise in Osteuropa.
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