Voerde: Für Senioren wird CDU jeck
VON HENNING RASCHE - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Voerde (RP). Wenn der Bürgermeister und die Ratsherren im schwarzen Anzug mit Zylinder auftauchen und Kaffee einschenken – dann ist in Voerde Narrenzeit. Die CDU hatte wieder einmal zum Seniorenkarneval geladen.
Noch vor der eigentlichen Begrüßung brachten sich die Voerder Senioren schon einmal in Stimmung. Zu fröhlicher Karnevalsmusik schunkelten sie entlang der Tischreihen rhythmisch im Takt. Der Festsaal des Gasthauses Möllen war mit Jecken nur so gefüllt. Die Cowboy-Frau saß neben dem Piraten und der wiederum befand sich neben einem Clown. Die Voerder CDU, die nun schon zum 30. Mal zum Seniorenkarneval eingeladen hatte, bot ein närrisches Programm.
Dreifacher Tusch
Heinrich Neukäter, Voerdes stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, begrüßte die rund 250 Besucher im Gasthaus entsprechend karnevalistisch. Einen dreifachen Tusch auf die Senioren, auf Voerde und auf Neukäter gab es zur Belohnung. Sodann ging es über zum obligatorischen Kaffeetrinken. Und wer sich einmal vom Bürgermeister Leonhard Spitzer persönlich die Tasse Kaffee einschenken lassen wollte, der war genau richtig.
Spellens Prinzessin
Jutta I. Jutta van de Sand ist 43 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Söhnen und bereits seit rund zehn Jahren im Karneval bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) aktiv. Mit ihrem Prinzen Uwe I. (Wagner) bildet sie zudem das Voerder Stadtprinzenpaar.
Die gesamte CDU-Ratsfraktion erschien im schwarzen Anzug mit zugehörigem Zylinder und gab unter der Führung des Stadtoberhauptes die Kellner. Die Politiker stahlen sich auch nach dem Verzehr nicht aus der Verantwortung, sondern räumten brav das Geschirr wieder ab. Für die gut gelaunten Senioren im Saal ging nun allerdings das Programm los.
Die reiselustigen Frauen machten den Auftakt und führten verschiedene Tänze auf. Zu griechischer Melodie tanzten die zehn Damen den Sirtaki. Sie nahmen die Senioren auf eine europäische Reise der Tänze mit und sorgten damit für gelungene Unterhaltung.
Aber auch ein gewisser politischer Aspekt war vorgesehen. Die "Gesundheitsreform", präsentiert von der katholischen Frauengemeinschaft Spellen (kfd), zeigte auf, wie Sparsamkeit funktionieren sollte. Beim Toilettengang teilten sich die Frauen ein Blatt Papier zum Abputzen, und zum Zähneputzen reichten sie die Klobürste weiter. Mit dieser ausgefeilten Prozedur amüsierten sie die Senioren köstlich.
Prinzessin Jutta I. aus Spellen musste mit dem Präsidenten des MGV "Eintracht" Spellen, Peter Anton Becker, Vorlieb nehmen – ihr Prinz Uwe I. war erkrankt. Beide nahmen auf der Tribüne als Komitee Platz und übergaben den Akteuren ihre essbaren Orden. Später gab es noch jede Menge jecken Gesang vom Chor des Männergesangvereins, und der Saal begann wieder zu schunkeln.
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