Dinslaken: Gall begeistert mit Jazzpop
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 05.12.2011Dinslaken (RP). Beim Konzert aus der Reihe "Jazz in Dinslaken" präsentierten Sängerin Jessica Gall und ihre Mitstreiter eine bunte Mischung aus Jazz, Country und Popmusik und ernteten davon Beifall vom Publikum.
Es ist schwer, die Art von Musik zu kategorisieren, die Jessica Gall mit ihrer Band macht. Natürlich ist da eine große Portion Jazz im Spiel. Vor allem in der Stimme der Berliner Sängerin, die das Geschehen auf der Bühne im Lohberger Ledigenheim dominiert, sich sanft in die Gehörgänge des Publikums kuschelt, es verzaubert und in andere Welten entführt. Wenn Gitarrist Johannes Feige die Akustikgitarre aus der Hand legt und zur Dobro greift, mischen sich auch Elemente aus Countrymusik und Rock in den Sound der Band. Die Songstrukturen besitzen bisweilen einen Hang zur Popmusik. Das klingt nach musikalischem Chaos, führt aber zu eingängigen Melodien. Die Zuhörer sind hingerissen, kleben an den Lippen der Sängerin, wenn diese mit ihrer Band eines der langsamen Lieder spielt, oder grooven mit, wenn wieder ein fast tanzbares Stück erklingt.
Jessica Gall und Band
Mitmusiker Neben der Sängerin standen Johannes Feige (Gitarre, Dobro), Bene Aperdannier (Piano, Rhodes), Markus Runzheimer (Bass) und Martell Beigang (Schlagzeug) auf der Bühne.
Internet Auf der Internetseite der Sängerin kann man in ihre Alben hineinhören.
Besondere Coversongs
Die schönsten Momente beim Auftritt von Jessica Gall kommen allerdings immer, wenn die Sängerin nur begleitet von Pianist Bene Aperdannier auf der Bühne steht. Leichte Pianoklänge untermalen den Zauber der einzigartigen Stimme, wenn die Berlinerin singt. Die Auswahl der Musikstücke könnte man als außergewöhnlich bezeichnen. So serviert das Duo beispielsweise eine Interpretation des Kinderliedes "Hänschen klein". "Das ist eines der schönsten Lieder über das Erwachsenwerden", kommentiert Bene Aperdannier die Wahl des Stückes. Das Publikum schmunzelt erst, erliegt aber schließlich dem Bann der Sängerin.
Diese weiß allerdings nicht nur, wie man Kinderlieder in ein neues Klanggewand hüllt. So ertönt eine Interpretation von Sheryl Crows "All I Wanna do", und bei Queens "Don't stop me now" rocken die Zuschauer zum Teil mit. Im hinteren Bereich des Saales tanzt ein Paar, und auch die Gäste an den Stehtischen schaffen es nicht, ihre Füße stillzuhalten und gehen im Takt mit. Am Ende dieser Coverversion singt ein Teil des Publikums direkt den rhythmisch veränderten Refrain mit.
Der Großteil des Programms besteht allerdings aus Eigenkompositionen mit emotionalen Texten und eingängiger Musik. Zum Beispiel das Stück "Breaking Waves", dass die Berlinerin mit ihrer Band zur Filmmusik des dritten Teils der Kinoreihe "Die Vorstadtkrokodile" beisteuerte.
Zugabe muss sein
Dass die Zuschauer nicht gewillt sind, Jessica Gall und ihre Mitstreiter ohne Zugabe von der Bühne zu lassen, versteht sich bei der gelungenen Mischung aus Jazz, Country, Rock, Pop und Emotionen von selbst. Langanhaltenden Applaus gab es am Ende des souveränen Auftritts.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




