Voerde: Gegen Kooperation mit Hünxe
VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 26.11.2010Voerde (RPO). Die Gesamtschule Voerde, deren Existenz aufgrund niedriger Anmeldezahlen gefährdet ist, sieht eine mögliche Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Hünxe nicht als den Weg an, der gangbar ist und in die Zukunft führt.
Gesamtschule Voerde
Die Gesamtschule Voerde ist nach eigener Aussage die einzige Schulform vor Ort, die Jugendliche zu Qualifikationen und Abschlüssen führt, die ihnen zur Zeit des Übergangs in die weiterführende Schule oftmals nicht zugetraut wurden. Die Laufbahnoffenheit wird für die Voerder Jugend als unverzichtbar angesehen.
"Wir machen gute Arbeit, die wir fortsetzen wollen. Wir wollen aber auch die bleiben, die wir sind. Natürlich wollen wir an uns arbeiten", erklärte gestern Martina Gottlieb, Leiterin der Gesamtschule Voerde, die sich für den Fortbestand ihrer Schule starkmacht und sie erhalten wissen will.
Denn aufgrund sinkender Anmeldezahlen ist die Gesamtschule in ihrer Existenz bedroht. Der jetzige Jahrgang fünf hat mit 59 Schülern die gesetzlich vorgeschriebene Schülerzahl von 112 auch nicht annähernd erreicht. Die Stadtverwaltung als Schulträger hat deshalb eine Kooperation mit der Gesamtschule Hünxe angeregt und überlegt, die Zügigkeiten der weiterführenden Schulen zu beschränken.
Kritisch merkt Martina Gottlieb an, dass eine Gemeinschaftsschule für die Stadt nicht in Betracht kommt. Zwar seien die Pflegschaften der Realschule und des Gymnasiums informell zu ihrer Haltung zu diesem neuen Konzept befragt worden, nicht aber die Gesamtschule. Dies habe dazu geführt, dass dem Modell der Gemeinschaftsschule von der Verwaltung keine Chance eingeräumt werde.
Viele Probleme
Die Mitglieder der Leitung der Gesamtschule Voerde sehen eine Zusammenarbeit mit Hünxe "nicht als gangbaren Weg an". Darüber bestehe auch Einigkeit mit dem Hünxer Gesamtschulleiter. Die große Entfernung zwischen den beiden Standorten würde nicht nur zu Transport- und dadurch zu Kostenproblemen führen, wie sie bereits seit Jahren durch die bestehende Kooperation der Oberstufen von Gesamtschule und Gymnasium Voerde bekannt seien, schreibt Martina Gottlieb in einer Stellungnahme.
Das Leitungsgremium ihrer Schule bezweifelt zudem, dass zwei Lehrerkollegien so zusammenwachsen können, dass von einer Einheit gesprochen werden könne. Schulprogramme für zwei sehr unterschiedliche Standorte müssten zusammengeführt werden. Die Stundenpläne von ganzen Schülergruppen könnten kaum zufriedenstellend sein, auch könne ein täglicher oder stundenweiser Wechsel der Standorte für bestimmte Fächer nicht wünschenswert sein.
Und die "Erwägung von nur zwei Zügen pro Schule ist eine, die mit Gesamtschule nichts mehr zu tun hat", so Martina Gottlieb. Denn schon rein rechnerisch wäre damit das bisherige weite Fächerangebot, in Voerde beispielsweise vier Fremdsprachen und andere Wahlmöglichkeiten, nicht mehr aufrechtzuerhalten. Martina Gottlieb erinnert daran, dass auch die Schulkonferenzen der beiden Gesamtschulen und vor allem die Bezirksregierung Düsseldorf darüber mit zu entscheiden haben, ob der von der Stadt Voerde gewünschte Schul-Zweckverband entsteht.
Die Voerder Gesamtschulleiterin bekräftigt, dass ihre Schule mit unvermindertem Einsatz ihren "leistungs- und schülerorientierten Unterricht fortsetzen wolle. Sie geht davon aus, dass eine sachlich geführte Entscheidungsfindung für die Voerder Kinder und Eltern bald Klarheit "über das schulische Angebot mit einer integrativen und laufbahnoffenen Schulform, wie sie unsere Gesamtschule darstellt, bringen wird".
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