Dinslaken: Gottesdienst für Zwei- und Vierbeiner
VON ROMINA KETTNER - zuletzt aktualisiert: 12.07.2010Dinslaken (RPO). Auf der Wiese vor der evangelischen Kirche in Spellen stehen zwei Pferde und ein Esel. Was nach einem kleinen Streichelzoo aussieht, ist aber vielmehr Bestandteil des "Gottesdienstes für Mensch und Tier", den die evangelische Kirchengemeinde Spellen-Friedrichsfeld nun schon zum dritten Mal veranstaltet.
Bei strahlendem Sonnenschein haben sich viele Leute unter den Lindenbäumen einen Platz gesucht und erwarten gespannt den Gottesdienst der etwas anderen Art. Hier geht es nämlich vor allem auch um die Bedürfnisse der Tiere.
"Wir bitten darum, die Tiere vor Qualen und Menschenmissbrauch zu schützen", heißt es in den Fürbitten und damit ist das zentrale Motiv genannt. Pfarrer Giesbert Meier, der den Gottesdienst trotz der glühende Hitze souverän liest, verrät die Idee, die dahinter steht.
"Wir haben uns überlegt, dass der Umgang mit Tieren oft nicht angemessen ist und sie häufig ein erbärmliches Leben führen." Dass er eine Mitverantwortung als guter Christ trage, den Tieren zu helfen, wird auch im Gottesdienst immer wieder deutlich. Die Geschichte von Bileam, der seine Eselin schlägt und erst durch einen Engel Gottes erkennt, dass sie ihn nur schützen wollte, soll zeigen, dass wir manchmal die Fehler bei uns selbst suchen müssen und nicht bei den Tieren.
Ab und zu vernimmt man von rechts und links ein leises "Sitz", "Mach Platz" oder es miaut eine Katze. Neben einem Esel und zwei Pferden haben viele Tierfreunde ihre Hunde mitgebracht, und sogar mehrere Schildkröten kauen gemütlich Salaltblätter. Außerdem räkelt sich eine Katze unter der Bank, einige Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen kuscheln im Arm ihrer Besitzer. Ersatzweise haben ein paar Kinder ihre Kuscheltiere mitgebracht.
Nach dem Gottesdienst stehen kleine Erfrischungen für die Vierbeiner und ihre Herrchen bereit. Zum Abschluss wird eine Eselplastik gemeinsam bunt bemalt, die demnächst die Blumenwiese an der evangelischen Kirche zieren soll. Die sechs bis acht Wochen Vorbereitungszeit, die die zahlreichen Helfer investierten, haben sich gelohnt. Mensch und Tier freuen sich bereits auf den nächsten tierischen Gottesdienst, der voraussichtlich im kommenden Jahr stattfinden wird.
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