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Dinslaken: Goyas finstere Blicke

VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010

Dinslaken (RPO). Im Museum Voswinckelshof versuchten Kinder und Jugendliche, das Geheimnis des Selbstbildnisses von Francisco de Goya zu ergründen. Erst ging es hinauf in die Ausstellung, dann zum Malen in die Cafeteria.

Gar nicht so einfach, so ein Selbstporträt: Cordula Hamelmann (2.v.l.) gab den Nachwuchskünstlern Anleitungen an der Staffelei.  Foto: RPO
Gar nicht so einfach, so ein Selbstporträt: Cordula Hamelmann (2.v.l.) gab den Nachwuchskünstlern Anleitungen an der Staffelei. Foto: RPO

Staunend stehen die Nachwuchskünstler vor dem Ölgemälde Goyas im klimatisierten Raum des Museums Voswinckelshof. "Wie wirkt er denn auf Euch?", fragt Museumspädagogin Cordula Hamelmann die Kinder. Betretenes Schweigen.

Dann traut sich Maximilian ein Urteil zu: "Ich finde ihn eher unsympathisch, weil er so böse guckt", sagt der Zwölfjährige. Ein wenig einschüchternd wirkt es schon, wenn der Blick des Porträtierten dem Betrachter durch den Raum zu folgen scheint. Natürlich probieren die Jugendlichen das auch direkt aus, indem sie die Augen starr auf das Bild richten und langsam im Raum hin- und hergehen.

Aus dem Rahmen geschnitten

Info

Ungeheuer-Workshop

Termin Der zweite Workshop für Kinder ab 12 Jahren findet am 25. August von 11 bis 13 Uhr statt.

Kosten Zu den fünf Euro Eintritt kommen zwischen fünf und zehn Euro für das Zeichenmaterial.

Anmeldung Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Entweder bei Cordula Hamelmann (Tel. 02064 777174, Montag bis Freitag, von 10 bis 13 Uhr) oder beim Museum Voswinckelshof (Tel. 02064 2449, Dienstag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr)

Auf einer Schautafel gibt es neben dem Selbstporträt eine Röntgenaufnahme des Gemäldes zu sehen. "Was fällt euch denn hier für ein Unterschied auf?", fragt Cordula Hamelmann ihre jungen Gäste. Wo Goya auf dem fertigen Bild einen Bleistift hält, bringen die Röntgenstrahlen einige Pinsel ans Licht. Außerdem hat der Künstler seine Geheimratsecken ein wenig verdeckt und auch sein Gesicht jünger gestaltet.

"Was wir heute mit digitaler Bildbearbeitung machen können, hat er früher mit Ölfarbe gemacht." Wesentlich spannender ist allerdings eine dicke, schwarze Linie, die sich um das Bild zieht. "Das Kunstwerk wurde schon einmal gestohlen. Man hat es mit einem Messer ausgeschnitten. Später wurde es dann wieder auf die Leinwand genäht und restauriert", erklärt die Museumspädagogin.

Dann geht es für die Malschüler in die Cafeteria des Museums. Hier stehen Staffeleien mit Leinwänden bereit. Jetzt sollen die Kinder mit Acrylfarben ein Selbstporträt malen. Zuerst geht es mit dem Bleistift an die Skizze. Immer wieder kritische Blicke und Korrekturen, bis auch alle Proportionen stimmen. Dann geht es mit Pinsel und Palette ans Werk.

"Ich hatte am Anfang Zweifel, dass es gut wird. Aber jetzt gefällt es mir ganz gut", sagt der 12-jährige Niklas über sein Selbstporträt. Auch Maximilian ist zufrieden. "Es ist besser geworden, als ich gedacht hatte." Am 25. August wird es einen weiteren Goya-Workshop für Kinder geben. Dann stehen unter dem Motto "Ungeheuer! Ungeheuer!" die etwas düsteren Zeichnungen und Aquatinta-Radierungen von Francisco de Goya auf dem Programm.

"Dann werden wir auch mit Tusche arbeiten und nicht mit Acrylfarben", sagt Cordula Hamelmann. Einige der Teilnehmer des Selbstporträt-Workshops wollen auch dann wieder mitmischen. Schließlich sind Ungeheuer für Kinder noch ein bisschen interessanter als ein Selbstporträt.

Quelle: RP

 
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