Voerde: Grüne Lunge von Friedrichsfeld erhalten
zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Voerde (RPO). Der Naturschutzbund (NABU) macht sich für den Erhalt des "Ökosystems Wald auf dem ehemaligen Bacbcock-Gelände" in Friedrichsfeld stark. Nicht nachzuvollziehen ist für die NABU-Gruppe Voerde und die Kreisgruppe Wesel, dass die Stadt Voerde beabsichtigt, den Wald zu opfern, damit dort neue Sportanlagen entstehen können. Der NABU fordert deshalb in einem Positionspapier alle Voerder auf, "sich für die Erhaltung des zirka 70 Jahre alten, einzigartigen Naturwaldes einzusetzen".
Der NABU weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass Voerde einen Waldanteil von neun Prozent hat und damit als waldarm angesehen werden muss. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Kohlendioxidemissionen aus den umgebenden Kraftwerken und Industrieanlagen wird die drohende Abholzung des Waldes als "eine Entscheidung gegen die Natur und das Wohlergehen der Bürger" angesehen. Der Wald auf dem Babcock-Gelände stellt für den NABU die "Grüne Lunge von Friedrichsfeld" dar, die es zu erhalten gilt.
In dem vierseitigen Positionspapier, das von den beiden NABU-Mitgliedern Günther Kalisch aus Voerde und Winfried Ricken verfasst wurde, werden die Schutzfunktionen des Waldes und seine Bedeutung für den Menschen dargestellt. Kein Verständnis wird dafür aufgebracht, dass in Friedrichsfeld etwa zehn Hektar Waldfläche für die nicht unbedingt notwendige Sportplatzverlegung verschwinden soll. "Den Verantwortlichen scheint die Tatsache, dass dieser Wald einen unschätzbaren Wert für Natur und Mensch darstellt, nicht bewusst zu sein", heißt es in dem Positionspapier weiter. Unzählige Arten von Tieren und Pflanzen würden in dem bedrohten Wald leben und ihren festen Platz im Ökosystem haben. Dem Areal wird bescheinigt, eine ganz besondere Struktur zu besitzen, "denn durch seine natürliche, vollkommen ungestörte Entwicklung über mehrere Jahrzehnte kommt es dem heutigen Ziel – nämlich der Schaffung von ,wildem, urwüchsigen Wald ohne menschliche Eingriffe' sehr nahe". Deshalb hat sich der NABU den Erhalt dieses Kleinods und der dort herrschenden biologischen Vielfalt zum Ziel gesetzt. Die Verantwortlichen sollen daran erinnert werden, dass Umwelt und Natur Lebensgrundlage der Menschen sind.
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