Voerde: Hafen fit machen für lange Züge
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 03.06.2010Voerde (RPO). Mit der geplanten Erweiterung um 24 Hektar Fläche wird der Hafen Emmelsum so ausgebaut werden, dass er modernsten Ansprüchen genügt. Das bringt Wettbewerbsvorteile. So soll ein Gleis verlegt werden, auf dem 700 Meter lange Züge auf einen Schlag be- und entladen werden können.
Masterplan
Um schädliche Konkurrenz zwischen den Häfen in der Region zu vermeiden, entsteht ein "Masterplan". Darin wird festgelegt, wie Überschneidungen verhindert und Kooperationen ermöglicht werden können. Das betrifft auch den Hafen Emmelsum. Dessen Ausbauplanung ist von dem Masterplan aber unabhängig.
Die Intervention von Bürgermeister Leonhard Spitzer bei Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper Anfang April hat offenbar gefruchtet. Damals äußerte Spitzer seine Befürchtung, die Bezirksregierung Düsseldorf würde das Verfahren für die geplante Erweiterung des Hafens Emmelsum verzögern. Lienenkämper sagte zu, für eine zügige Bearbeitung zu sorgen. Gestern teilte Voerdes Planungsdezernent Wilfried Limke auf RP-Anfrage mit, dass ein wichtiger Gesprächstermin von Behörden und möglichen Einwändern kurz bevorstünde. Dieser so genannte Scoping-Termin ist eine entscheidende Hürde auf dem Weg zum Hafen-Ausbau. Bis der vonstatten geht, werden freilich noch Jahre vergehen.
Details zu den Planungen hat Peter Giesen, Kreiskämmerer und zugleich Hafenmeister für Emmelsum, den Kreispolitikern jetzt trotzdem schon einmal erläutert. Dabei verkündete er, dass die zusätzliche, 24 Hektar große Fläche zur Ansiedlung von Gewerbe einen besonderen Gleisanschluss bekommen solle. Nämlich ein so zugängliches Gleis, dass so genannte "Ganzzüge" von 700 Meter Länge auf einen Schlag be- und entladen werden können. Zurzeit sind die Gleise im Hafen Emmelsum dafür nicht geeignet. Lange Züge müssen deshalb in kleinere Einheiten aufgeteilt und später wieder zusammengefügt werden. Das kostet Zeit. Die künftige Gleisanlage wird dem Hafen Emmelsum somit einen Wettbewerbsvorteil bringen. "Andere Häfen verfügen über kein solches Gleis", sagte Giesen. In Emmelsum dagegen ergreife man dank der Erweiterung die Chance, den Hafen auf das höchstmögliche Niveau zu bringen, so dass er modernsten logistischen Ansprüchen genüge. Schließlich solle der Hafen auch einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, Transportverkehre möglichst umfangreich von der Straße auf die Schiene und den Wasserweg zu bekommen.
Weiterer Bericht Seite C 6
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




