Dinslaken: Halle mit Unterdruck dämmt Kanalgerüche ein Bürger fürchten Gestank
zuletzt aktualisiert: 06.02.2010Dinslaken (RPO). Kanalrückstände und Straßenkehricht, die in Dinslaken anfallen, werden künftig in einer geschlossenen Halle zwischengelagert, ehe sie entsorgt werden. Dadurch sollen Geruchsbelästigungen für die Anwohner vermieden werden. Die Halle wird an der Kläranlage zwischen den Straßen Am Wohnungsbusch und Hermann-Löns-Straße entstehen. Der Politiker des Betriebsausschusses haben dieses Vorhaben des DIN-Service einstimmig begrüßt.
Anwohner beschweren sich
Der Straßenkehricht wird zurzeit schon an der Kläranlage gelagert, allerdings noch offen in Containern. Weil die Behältnisse im Sommer seltener geleert werden, entströme ihnen laut DIN-Service-Chef Frank Moselewski dann mitunter ein strenger Geruch. Darüber lägen Beschwerden von Anwohnern vor. Durch die geplante Halle werde es aber "gar keine Geruchsbelästigung mehr geben", sagte Moselewski in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses.
Der Umschlag der Kanalrückstände erfolgt derzeit noch an der Katharinenstraße. Auf diesem Grundstück entsteht jedoch ein neuer Kindergarten. Auf der Suche nach einem alternativen Areal sind Stadt und DIN-Service an der Kläranlage fündig geworden. Die Stadt hat dort Grundbesitz, muss also nicht extra eine Fläche ankaufen.
In der neuen Halle wird ein geringer Unterdruck erzeugt, der verhindern soll, dass Gerüche nach außen dringen können. Um diesen Unterdruck so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, wird die Halle mit automatischen Rolltoren versehen. Sie heben sich nur für die Einfahrt der mit Kanalrückständen und Straßenkehricht beladenen Lastwagen und senken sich dahinter sofort wieder. Während dieser kurzen Einfahrt geht der Unterdruck zwar verloren, laut Moselewski werde er aber sehr schnell wieder hergestellt sein. Der für den Aufbau des Unterdrucks nötige Luftstrom wird über einen so genannten Kompostfilter geleitet, bevor die Luft an die Umgebung abgegeben wird.
Technik-Lager zieht um
Für den Hallenneubau an der Kläranlage müssen dort zwei bestehende Hallen weichen. Darin sind technische Geräte untergestellt. Ersatz für diese Lagerstätten plant der DIN-Service auf seinem Baubetriebshof an der Otto-Lilienthal-Straße. An diesem Standort wünscht Betriebsleiter Frank Moselewski zu Gunsten seiner Mitarbeiter zusätzliche Erweiterungen. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro.
Der Betriebsausschuss hat eine Entscheidung, ob diese Summe zur Verfügung gestellt werden soll, auf den 10. März vertagt.
dinslaken (usch) Eppinghovener Bürger machen gegen den geplanten Umzug eines Zwischenlagers für Kanalrückstände von der Katharinenstraße zur Kläranlage an der Hermann-Löns-Straße Front. Die Anwohner, engagiert in der "Nachbarschaftsgemeinschaft gegen Geruchsbelästigungen", fürchten sich vor Gestank. In die Versicherung des DIN-Service, aus der Unterdruck-Halle für die Kanalrückstände würden kaum Gerüche entweichen, setzten die Anwohner kein Vertrauen.
Nach ihrem Kampf für eine geringere Geruchsbelästigung durch die Kläranlage wollen sie eine erneute Zumutung verhindern. Sie verlangen eine Beteiligung der Bürger und der zuständigen Umweltbehörde an den Planungen. Der CDU-Ortsverband Eppinghoven-Hagenbruch unterstützt die Initiative der Anwohner. Im Betriebsausschuss freilich haben die CDU-Vertreter mit den Politikern der anderen Fraktionen für die Verlagerung gestimmt.
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