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Hünxe: Ham ’se mal ’n paar Nudeln?

zuletzt aktualisiert: 19.05.2007

Hünxe (RPO). Zum Einkaufen wird Wolfgang Hofmann auf den ersten Etappen seiner Tour ohnehin kaum Gelegenheit haben. Nördlich des Polarkreises gibt es nur drei oder vier Orte, in denen man sich mit Proviant versorgen kann. Die liegen einige Hundert Kilometer auseinander. „Ich werde unterwegs betteln“, sagt der 59-Jährige. „Man trifft immer mal auf Touristen mit Wohnmobil, die Mitleid mit einem armen Radfahrer haben und eine Packung Nudeln spendieren.“ Seinen Durst will der Hünxer zum großen Teil in der freien Natur stillen. Das Wasser in den Bächen und Flüssen Alaskas und Kanadas ist im Allgemeinen sauber. Um ganz sicher zu gehen, hat Hofmann Mineralfilter auf Kohlebasis im Gepäck. Zum Nachfüllen nimmt er drei Literflaschen mit. Den täglichen Flüssigkeitsbedarf schätzt er auf fünf bis sieben Liter.

6500 Kilometer im Sattel kosten Kraft. Und auch der stärkste Radfahrer kann nicht vier Monate ununterbrochen in die Pedale treten. Damit die Mordstour nicht noch länger wird, will Wolfgang Hofmann einige Teilsstrecken mit der Eisenbahn oder auch per Autostopp zurücklegen. Lkw-Fahrer haben gern Begleitung.

Handy bleibt zu Hause

Außerdem hat er zwei längere Pausen eingeplant. In Charlotte (North Carolina) wird er die Familie besuchen, bei der sein Sohn Roland vor sechs Jahren eine zeitlang gelebt hat. In Calgary (Alberta) will er einen einwöchigen Zwischenstopp einlegen. Eine Radfahrerin, die er vor drei Jahren auf seiner Nordkap-Tour in der Jugendherberge Lübeck kennen gelernt hat, hat versprochen dem Hünxer „ihre“ Stadt zu zeigen. Anfang September hofft der Biker in San Diego zu sein. Von hier geht’s mit dem Flugzeug nach Florida – „vielleicht ist dort noch Zeit für ein paar kleinere Radausflüge“ – und am 3. Oktober von Miami zurück nach Frankfurt.

Der Langstreckenradler vom Niederrhein weiß, dass sein Traum-Urlaub im Sattel auch Risiken birgt. Das Handy lässt er trotzdem zu Hause. Das würde nur stören. Mit der Familie und Freunden hat Hofmann vereinbart, sich regelmäßig per E-Mail zu melden. Aber an zu Hause will er jetzt nicht denken. Hofmanns Gedanken sind auf Anchorage gerichtet, auf Fairbanks und das Eismeer. „Ich habe den Kopf voller Erwartungen“, sagt er und checkt zum x-ten Mal sein Fahrrad. „Und ich hoffe, dass ich nicht gezwungen werde aufzugeben.“

Quelle: RP

 
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