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Dinslaken: Heimatverein stiftet Stolpersteine

VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 08.11.2011

Dinslaken (RP). Die Unterstützung für den Verein "Stolpersteine für Dinslaken" wächst. Der Heimatverein hat zugesagt, zehn Steine zu spenden. Das Berufskolleg will mit einem Gedenkstein an den jüdischen Lehrer Leopold Strauß erinnern.

Gunter Demnig hat schon an etlichen Orten seine Stolpersteine verlegt. Am 6. Februar will er damit in Dinslaken beginnen.  Foto:  Voss
Gunter Demnig hat schon an etlichen Orten seine Stolpersteine verlegt. Am 6. Februar will er damit in Dinslaken beginnen. Foto: Voss

Am 6. Februar 2012 soll der Kölner Künstler Gunter Demnig in der Dinslakener Innenstadt die ersten 23 Stolpersteine verlegen. Die mit einer Messingplatte versehenen Steine – darauf eingraviert sind Namen, Geburts- und Sterbedaten –, sollen an jüdische und Euthanasie-Opfer der Nazis in Dinslaken erinnern.

Vereinsvorsitzende Anne Prior bekräftigte am Montag, dass die Finanzierung der ersten Steine steht. Eine ganze Reihe von Privatspendern habe sich gemeldet, auch seien Dinslakener Unternehmen mit im Boot. Was Prior ganz besonders freut: "Der Heimatverein Dinslaken wird zehn Stolpersteine spenden." Vorsitzender Ronny Schneider habe dies zugesagt.

Inzwischen 28 Mitglieder

Info

Versammlung

Mitgliederversammlung Der Verein "Stolpersteine für Dinslaken" trifft sich am 15. November, Beginn 19 Uhr, im Theatertreff der Kathrin-Türks-Halle.

Thema Die geplante Erstverlegung der Stolpersteine im Februar.

Unterstützung Die Bankverbindung des Vereins lautet: "Stolpersteine für Dinslaken", Kontonummmer 670042498, Bankleitzahl 35251000, Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe.

Schon vor Gründung des Vereins, der mittlerweile auf 28 Mitglieder angewachsen ist, war geplant, neben Privatpersonen und Institutionen auch Schulen aus Dinslaken und Voerde in das Projekt einzubinden. Genau das geschieht jetzt. Die Schulkonferenz des Berufskollegs hat beschlossen, die Patenschaft für den Stolperstein für Lehrer Leopold Strauß zu übernehmen.

Strauß wurde am 10. November 1938 in seinem Haus von Schülern der Berufsschule Dinslaken überfallen und misshandelt. Mit der Übernahme der Patenschaft "drücken die Mitglieder der Schulkonferenz des Berufskollegs Dinslaken ihre Betroffenheit angesichts der aktiven Beteiligung ehemaliger Schüler und Lehrer der Berufsschule Dinslaken an den Gräueltaten gegen die jüdische Bevölkerung Dinslakens aus und bekennen sich zu ihrer Verantwortung, dass Rassismus und Faschismus von dieser Schule nicht ausgehen sollen."

So steht es wörtlich im Protokoll der Schulkonferenz. Anne Prior freut sich über die Unterstützung. Dies sei genau der richtige Weg, um das Projekt Stolpersteine auf ein breites Fundament zu stellen und das Gedenken an die jüdischen Opfer in die Öffentlichkeit zu tragen.

Leopold Strauß und seine Enkelin Marianne werden auch im Mittelpunkt der Gedenkfeier zur Pogromnacht von 1938 am Donnerstag, 11 Uhr, am jüdischen Mahnmal im Dinslakener Stadtpark stehen. Jürgen Leipner, der die Feier vorbereitet, wird dabei über die Menschen berichten, die Marianne Strauß versteckt und ihr ein Leben im Untergrund ermöglicht haben.

Strauß war 1943 in letzter Sekunde der Deportation entkommen und lebte bis zum Kriegsende ohne Papiere und als Jüdin unerkannt in Deutschland. Eine Kerzenzeremonie am Mahnmal soll an ihre Retter erinnern.

Die musikalische Gestaltung der Feier hat die Musikschule Dinslaken zugesagt. Eine weiterführende Schule wird in diesem Jahr bei der Gestaltung aus organisatorischen Gründen nicht mitwirken, erklärte Leipner auf Anfrage. Weiterführende Schulen hätten jedoch die Möglichkeit, eigene Beiträge in die Feier einzubringen.

 

Quelle: RP


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