Dinslaken: Hellmich will beide kaufen
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Christoph Meyer, Mitglied der Geschäftsführung von Atisreal, dem Unternehmen, das für Eigentümer Dawnay Day die Hertie-Immobilien vermarktet, bestätigte gestern, dass Walter Hellmich in einem Gespräch in Berlin, sein Interesse am Kauf der beiden Hertie-Häuser bekundet habe. Es gebe aber noch kein konkretes Angebot.
Für die Immobilie in Dinslaken hätten zwei weitere "hochkarätigen Investoren" Interesse angemeldet. Hellmich sei allerdings der einzige, der beide Gebäude wolle. Meyer will noch in dieser Woche entscheiden, mit welchem Interessenten er "exklusiv" über den Kauf verhandeln will.
Persönlich
Walter Hellmich (64), Chef der Hellmich-Unternehmensgruppe, lebt in Dinslaken, ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder, fünffacher Großvater und Präsident des MSV Duisburg.
Walter Hellmich bestätigte der Rheinischen Post ebenfalls sein Kaufinteresse, hielt sich aber bedeckt, was konkretere Pläne für die beiden Häuser angeht. "Wir haben schon länger Kontakt zu Dawnay Day. Unser Interesse richtet sich auch nicht nur auf die Häuser in Dinslaken und Walsum, sondern möglicherweise auch auf andere Hertie-Häuser", sagte der Dinslakener Unternehmer.
Hellmich hat bekanntlich bereits mehrere Vorschläge zur Entwicklung der Dinslakener Innenstadt vorgelegt. Bislang ist der Unternehmer allerdings nicht zum Zuge kommen. Bevor die Stadt aus juristischen Gründen die Bebauung des Hans-Böckler-Platzes mit einem Einkaufszentrum europaweit ausgeschrieben hat, war Hellmich als einer von zwei Investoren für die Bebauung im Gespräch.
Sein Vorschlag, dort gemeinsam mit der Sparkasse ein "Finanzkaufhaus" zu errichten, war in der Dinslakener Politik umstritten. Der Dinslakener hat sich, das ist ein offenes Geheimnis, auch bei der europaweiten Ausschreibung um die Bebauung des Hans-Böckler-Platzes beworben und ist einer von vier übrig gebliebenen Investoren. Der Rat will heute darüber entscheiden, diese vier Investoren zur Abgabe eines konkreten Angebots aufzufordern.
Das Hertie-Gebäude hat bei der Entwicklung der Innenstadt eine Schlüsselfunktion. Wer über das Haus verfügt, kann eine optimale Anbindung des geplanten neuen Einkaufszentrums auf dem Hans-Böckler-Platz an die Fußgängerzone schaffen. Jahrelang hat sich die Stadt bemüht, zu einer gemeinsamen Lösung mit dem jeweiligen Hertie- beziehungsweise Karstadt-Besitzer zu kommen. Da dies immer wieder scheiterte, hat sich die Mehrheit der Dinslakener Politik entschieden, die Böckler-Platz-Bebauung als ersten Bauabschnitt auf den Weg zu bringen. Die Einbeziehung Herties soll als zweiter Bauabschnitt folgen.
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