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Dinslaken: Hertie: Nur in Walsum läuft's

VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 17.12.2009

Dinslaken (RPO). Fürs Walsumer Kaufhaus arbeitet Eigentümer Kaufland mit Hochdruck am Bauantrag. Ein Verkauf des Dinslakener Hertie-Hauses ist nicht abzusehen. Die Kaufland-Kette hat Interesse, die Stadt nennt deren Wünsche aber unerfüllbar.

Das Kaufhaus ist geschlossen. Was aus dem Walsumer Hertie-Gebäude wird, soll sich bis spätestens Mitte Mai entscheiden.  Foto: RPO
Das Kaufhaus ist geschlossen. Was aus dem Walsumer Hertie-Gebäude wird, soll sich bis spätestens Mitte Mai entscheiden. Foto: RPO

Die Lebensmittel-Kette Kaufland will sich in Dinslaken breit machen. Und zwar im Wortsinn: Das Unternehmen will nicht nur das Hertie-Haus nutzen, sondern sich auch ins kommende Einkaufszentrum auf dem Hans-Böckler-Platz einmieten. Auf diesen Wunsch seien "enge Gespräche" der Stadt mit Kaufland hinausgelaufen, hieß es gestern aus dem Rathaus. Weil das Vorhaben aber nicht mit dem Planungsrecht vereinbar sei – zum Beispiel wegen zu großer Verkaufsflächen –, habe man Kaufland absagen müssen, teilte Stadtsprecher Horst Dickhäuser mit.

Die Handelskette steckt nicht auf. Aus der Firmenzentrale in Neckarsulm erhielt die RP folgende Nachricht: "Wir sind an dem Hertie-Standort sehr interessiert und würden in Dinslaken gerne Arbeitsplätze schaffen und investieren. Falls die Stadt an einem Engagement von Kaufland interessiert ist, treten wir gerne in die Gespräche ein."

Info

B 8 umgestalten

Plan Die Walsumer Politiker regen, nach Marxloher Vorbild, eine Beschränkung der Friedrich-EbertStraße (B  8) für einige Hundert Meter auf die mittleren beiden von vier Fahrstreifen an. Die äußeren Spuren würden dann zu Parkstreifen werden. Das soll den City-Bereich attraktiver machen.

Einwand Die Stadt hat die B 8 in Walsum vor einiger Zeit mit Bundesmitteln neu gestaltet. Die Verwaltung prüft, ob dieser Zuschuss bei einem Eingriff in den Verkehrsfluss zurückgezahlt werden muss.

Die Immobilien-Verwalter von BNP Paribas Real Estate (vormals Atis Real) in Berlin haben Kaufland nicht als möglichen Käufer des Dinslakener Hertie-Hauses auf der Rechnung. Sprecher Christoph Meyer zufolge liegt zurzeit überhaupt kein Angebot vor, dass einen raschen Verkauf erwarten lasse. Nicht einmal Exklusiv-Verhandlungen mit einem Investor – zwei sind bereits vor dem Abschluss geplatzt – laufen laut Meyer noch. Das heißt: Auch das Angebot des Dinslakener Unternehmers Walter Hellmich, der das Einkaufszentrum auf dem Böckler-Platz baut und es mit einem Neubau auf dem Hertie-Grundstück verbinden will, ist BNP nach wie vor nicht gut genug.

Bagger rollen im Frühjahr an

In Walsum dagegen ist Kaufland der große Hoffnungsträger für den gesamten City-Bereich am Kometenplatz und am Friedrich-Ebert-Platz (an der B 8). Die Handelskette will an dem Kaufhaus-Gebäude einige bauliche Änderungen vornehmen. Am nötigen Bauantrag dafür arbeite Kaufland mit Hochdruck, sagte der Walsumer Bezirksamtsleiter Reinhold Mettlen der RP. Er rechnet damit, dass der Antrag noch in diesem Jahr vorliegen und das zügig arbeitende Bauamt der Stadt Duisburg die Genehmigung im Januar oder Februar erteilen wird. "Im Frühjahr könnten dann die Bagger rollen", sagte Mettlen. Im Herbst 2010 will Kaufland am Kometenplatz eröffnen. Der Verkauf soll Mettlen zufolge montags bis samstags bis 22 Uhr laufen.

Angeregt vom Kaufland-Engagement, wittern Walsums Politiker nun Morgenluft. Sie haben die gut fünf Jahre alten Wünsche eines "Arbeitskreises Einzelhandel" hervorgeholt und hoffen, nun einiges mit finanzieller Hilfe von Kaufland umsetzen zu können. Bezirksamtsleiter Mettlen zufolge hat die Handelskette tatsächlich eine Beteiligung in Maßen signalisiert.

Bunte Linien auf der Fassade

Zu den Plänen des Arbeitskreises zählen: Brunnen vom Kometenplatz entfernen; Glasdach vor dem Hertie-Haus entfernen; einladenderes Lichtkonzept für die Passage zwischen Kaufhaus und Shops; Fassade des gesamten Kaufhaus-Komplexes einheitlich gestalten, auch jene Teile, die nicht Kaufland gehören (laut Mettlen sind bunte senkrechte, unterschiedlich breite Linien vorgesehen, ähnlich einem Strichcode); Hochbeete vom Friedrich-Ebert-Platz entfernen, um die Sicht aufs Warenhaus frei zu machen; barrierefreier B 8-Übergang.

Mehr Berichte zu den ehemaligen Hertie-Häusern in Dinslaken und Walsum finden Sie im Internet unter:

www.rp-online.de/dinslaken

Quelle: RP

 
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