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Dinslaken: Heuschnupfen wird heftiger

VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 23.03.2010

Dinslaken (RPO). Der strenge Winter hat den Blütentrieb lange abgebremst, dafür explodieren die Pollen jetzt umso gewaltiger. Auf Erle und Haselnuss folgt nun die Birke. Experten machen heute mit ihrem Allergie-Mobil Station in Hiesfeld.

Der Vergleich ist drastisch, aber die reine Wahrheit: "Wenn wir im Schweinestall groß würden, hätten wir weniger Allergien." Mit diesem Satz will der Dinslakener Apotheker Werner Heuking veranschaulichen, dass die moderne Hygiene uns nicht nur eine längere Lebenserwartung beschert, sondern auch schwächere Abwehrkräfte und dadurch vermehrt Allergien. In diesem Frühjahr droht der Heuschnupfen sogar besonders schlimm zu werden: Der strenge Winter hat den Blütentrieb abgebremst, daher werden die Pollen bei den steigenden Temperaturen nun gewaltig explodieren. "Das wird heftig", bestätigt der Dinslakener Allergologe Dr. Hans-Werner Momberger. "Die ersten Patienten sind schon hier."

Info

Kreuzreaktion

Problem Eine Unverträglichkeit gegen Äpfel in Verbindung mit Heuschnupfen tritt laut Dr. Hartwig Lauter in erster Linie bei importierten Granny Smith und Golden Delicious auf. Die würden wegen des langen Transports unreif gepflückt. Dadurch blieben ihre Kerne weiß und lösten allergische Reaktionen aus.

Expertentipp Äpfel aus näheren Regionen kaufen und darauf achten, dass sie braune Kerne haben.

Immun in drei Jahren

Nase zu, Augen tränen, Atembeschwerden – der Arzt verschreibt als Gegenmittel: Tabletten, Nasenspray, Augentropfen, gegen schwere Atemnot Cortison. Mombergers Empfehlung auf lange Sicht: die Hypo-Sensibilisierung. Dabei werden die Patienten so lange mit Blütenpollen behandelt, bis sie immun sind. "Das dauert drei Jahre und klappt fast immer", sagt der Allergologe. Keine Hoffnung kann er dagegen Eltern machen, die nach Wegen suchen, wie ihre Kinder gar nicht erst Allergien entwickeln: "Das kann man nicht vermeiden. Irgendwann bricht es aus."

Die verbesserte Hygiene ist eine Sache, um die steigende Zahl der Allergiker zu erklären. "Hinzu kommt die stärkere Umweltbelastung heute, die schlechtere Luftqualität", erläutert Apotheker Heuking. "Vor 30 Jahren war ein Allergiker ein Exot, heute ist er der Normalfall. 50 Prozent aller Menschen neigen zu allergischen Reaktionen." Sein Rat über die einschlägigen Medikamente hinaus: Das Immunsystem stärken, beispielsweise durch Saunabesuche und insbesondere eine bewusstere Ernährung. "Emulgatoren, Stabilisatoren und Farbstoffe in unseren Lebensmitteln sind zwar nicht schädlich, aber ihr Abbau bedeutet für den Organismus Stress. Und der schwächt das Immunsystem." Der Apotheker legt daher nahe: vollwertiger essen, leichter essen – "wer sich daran hält, kann mit seinen Allergien weniger Probleme bekommen".

Dem Zusammenhang zwischen Allergien und Ernährung fügt Dr. Hartwig Lauter den Aspekt der so genannten Kreuzreaktion hinzu. Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) nennt die häufigste Kombination: Wem die Frühblüher Birke, Erle und Haselnuss Heuschnupfen verursachen, der reagiert mit hoher Wahrscheinlichkeit auch allergisch auf Apfel, Nuss, Kirsche, Pflaume, Kiwi, Möhre und Mandel – nicht auf alle zusammen, aber auf das eine oder andere. Seltener sei eine Wechselwirkung zwischen Gräsern auf der einen Seite sowie Sellerie und Soja auf der anderen festzustelle

Quelle: RP

 
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