Dinslaken: Hoffnung in schwieriger Zeit
VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 19.05.2007Dinslaken (RPO). Jens Westerwick hat es geschafft. Der 36-Jährige machte sich Anfang des Jahres selbstständig, gründete ein Unternehmen für mobile Alten- und Krankenpflege und beschäftigt inzwischen mehrere Mitarbeiter.
Seit rund 20 Jahren ist der Dinslakener in der Altenpflege tätig. Bevor er sich entschied, sein eigener Chef zu werden, war Jens Westerwick etwa anderthalb Jahre arbeitslos und lebte schließlich von Hartz IV. Da er mit den beiden letzten Firmen, für die er tätig gewesen war, Pech gehabt hatte, wollte er einen Neubeginn wagen. Mit Unterstützung des Dinslakener Jobcenters der Arge wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Er gründete seinen eigenen Pflegedienst mit dem Namen „Pflege ohne Risiko“. Mehrere Monate bereitete er diesen Schritt vor, Anfang Januar war es dann soweit. Nachdem das Geschäft anfangs nicht besonders lief, gewann er im April mehrere neue Kunden hinzu, und so konnte er dann in diesem Monat sein Büro an der Bahnstraße eröffnen.
Pflege ohne Risiko
Die Dienste von Jens Westerwick können ungeachtet von Kostenübernahmezusagen sofort (auf Risiko des Unternehmers) in Anspruch genommen werden. Kontakt:Tel. 0 20 64 / 6 71 00 94.
Der 36-Jährige ist überzeugt, für sich die Marktnische gefunden zu haben, die sein Untenehmen dauerhaft trägt. Denn Jens Westerwick bietet nicht nur mobile Alten- und Krankenpflege rund um die Uhr an, er übernimmt auch tausend andere Kleinigkeiten für seine Kunden, wie die Erledigung des Einkaufs, Hausmeistertätigkeiten, Gartenarbeit, die Begleitung bei Spaziergängen. Er organisiert auch Reisen oder sorgt dafür, dass eine defekte Glühbirne ausgetauscht wird. Auf diesen Rundumservice, den er nach eigener Aussage „für kleines Geld“ offeriert, baut Jens Westerwick. Um diese vielfältigen Serviceleistungen anbieten zu können, arbeitet er mit zahlreichen Kooperationspartner zusammen und hat sich so ein wertvolles Netzwerk geschaffen.
Das Erfolgsrezept des Geschäftsinhabers sieht Kajo Verbeet, Leiter des Jobcenters Dinslaken, darin, dass Westerwick „unternehmerisch auf mehrere Pferde setzt, viele Dinge anbietet und gleichzeitig für personelle Kontinuität steht“. Zudem beweise der Werdegang des Dinslakeners, dass es möglich sei, aus Hartz IV heraus eine neue erfolgreiche berufliche Perspektive zu entwickeln. Das gilt auch für die Mitarbeiter von Jens Westerwick, der beispielsweise die 49-jährige Elke Tessartz als Pflegehilfskraft beschäftigt. Die gelernte Zahnarzthelferin hat vorher zehn Jahre nicht gearbeitet und freut sich über ihren Wiedereinstieg ins Berufsleben. Westerwick denk auch an den Nachwuchs und will Kathrin Tholl als Auszubildende einstellen.
Für Sven Bucher vom Jobcenter ist Jens Westerwick ein gutes Beispiel dafür, dass es mit den richtigen Ideen auf dem Arbeitsmarkt Hoffnung auch in schwieger Zeit gibt.
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