Dinslaken: Innenstadt: Es bleibt spannend
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Dinslaken (RPO). Die ersten Grobkonzepte der vier Interessenten für die Bebauung des Hans-Böckler-Platzes mit einem Einkaufszentrum liegen bei der Stadt vor. Nun geht es an die inhaltliche Feinarbeit. Wer den Zuschlag erhält, ist offen.
Einer der vier Investoren ist nach Informationen der Rheinischen Post der, der auch das Hertie-Gebäude kaufen will. Dafür war allerdings weder im Rathaus noch bei der Atisreal, die die Immobilien der insolventen Hertie-Kette vermarktet, eine Bestätigung zu bekommen. Christoph Meyer von der Atisreal-Geschäftsführung hatte, wie berichtet, allerdings Ende des vergangenen Monats erklärt, dass er das Dinslakener Hertie-Hauses noch in diesem Jahr verkaufen will und zu diesem Zweck mit einem Investor exklusiv verhandelt. Für das Verfahren zur Bebauung des Hans-Böckler-Platzes hat der mögliche Verkauf des Hertie-Gebäudes zunächst auch keine Auswirkungen. Denn in diesem Verfahren geht es formal ausschließlich um den Hans-Böckler-Platz.
Vier von zwölf
Zunächst hatten sich zwölf Bewerber bei der europaweiten Ausschreibung für die Hans-Böckler-Platzes gemeldet. Fünf von ihnen forderte die Stadt zur konkreteren Planung auf. Einer ist inzwischen ausgestiegen, so dass noch vier Interessenten im Rennen sind.
Die Stadt wird nun mit den Investoren über ihre Grobkonzepte reden. In diesem wettbewerblichen Dialog wird es darum gehen, die auf dem Tisch liegenden Konzepte zu einem ausschreibungsreifem Vorschlag weiterzuentwickeln. Dann können die Investoren auf dieser Basis ihre Angebote abgegeben, vorausgesetzt, sie scheiden nicht vorher aus dem Verfahren aus.
Wer den Zuschlag erhält ist offen. Die einzelnen Angebote werden nach dem vom Rat vorgegebenen Kriterien im Rahmen eines Punktesystems bewertet. Hier kommt nun das Hertie-Haus ins Spiel.
Als ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der Angebote für die Bebauung des Hans-Böckler-Platzes hat der Rat die Anbindung des neuen Einkaufszentrums an die Fußgängerzone genannt.
Hauptstreitpunkt bei der politischen Auseinandersetzung um die Böckler-Platz-Bebauung, die zum Bürgerbegehren führte, war ja, dass die Kritiker der Überzeugung waren, dass eine solche Anbindung ohne die Einbeziehung des Hertie-Gebäudes nicht machbar ist. Also könnte es für einen Investor von Vorteil sein, wenn er mit dem Hertie-Gebäude planen kann.
Ganz so einfach liegen die Dinge aber nicht. Denn die Anbindung an die Fußgängerzone ist nur ein Kriterium, ein wichtiges zwar, das zu 20 Prozent in die Bewertung der Angebote eingehen soll, aber eben nur eines. Das Nutzungskonzept für das Einkaufszentrum als Ergänzung des Dinslakener Einzelhandelsangebot ist der Politik wichtiger. Es geht zu 40 Prozent in die Bewertung ein, städtebauliche Aspekte fallen zu 30 Prozent ins Gewicht. Der Kaufpreis schließlich mit zehn Prozent. Diese Bewertungskriterien können nicht einfach beliebig geändert werden. Die Stadt muss peinlich genau darauf achten, dass der Wettbewerb fair abläuft und die Chancengleichheit aller Investoren sichergestellt wird. Ansonsten riskiert sie juristische Auseinandersetzungen mit abgewiesenen Investoren, die sie teuer zu stehen kommen könnten. Schließlich haben alle Interessenten für die Böckler-Platz-Bebauung schon beachtliche Vorleistungen erbracht.
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