Dinslaken: „Ironman“ im Rotlichtmilieu
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 16.03.2007Dinslaken (RPO). Wenn in Dinslaken aus einem Gewerbegebiet für einen Tag eine Erotikmeile wird, kann Adnan Köses Filmteam nicht weit sein: Ein Besuch beim Ironman-Dreh und ein Blick hinter die Kulissen.
So sieht sie also aus, die „Milieustraße“. Ein bisschen verrucht, ein wenig dreckig. Das Gelände an der Karl-Heinz-Klingen-Straße passt hervorragend. Links die Bahngleise, rechts das alte Sägewerk. Letzteres wird im Film nicht zu sehen sein. Stattdessen verwandelt sich die Gegend für einen Tag in ein Rotlichtviertel: Der Sex-Shop „Erotikland“ reiht sich an die „Sex-Alm“, das „Scala-Café“ und das Casino „Las Vegas“.
Von großen Fototapeten lächeln nackte Frauen. Und an der Busstation blasen leicht bekleidete Komparsinnen, die Prostituierte mimen, neben einem verwitterten, grau-schwarzen Opel Record Zigarettenrauch in den Himmel.
Jugendliche erreichen
„Ironman“ Andreas Niedrig sieht in dem Film „Ironman“ eine hervorragende Möglichkeit, Jugendliche zu erreichen. Wichtig ist Niedrig, dass es im Film nicht um eine „reine Junkie-Geschichte“ geht. „Das könnte auch die Geschichte eines Computer-Kids oder einer Bulimie-Kranken sein, die nicht am Leben teilnimmt.“
Chaos am Set
Rings um das Set herrscht Chaos. Komparsen, Schauspieler, Kameramänner, Lichttechniker, Regieassistenten und das Produktionsteam wuseln durcheinander. Dazu kommen noch eine Menge Journalisten. Heute ist der einzige offizielle Pressetermin während des Drehs. Und so stehen gut 20 Fotografen, ein paar Fernsehteams, eine Hand voll Radioreporter und einige Zeitungsmitarbeiter um die Szene.
Während „Ironman“-Hauptdarsteller Max Riemelt vor der Kamera auf der Suche nach einem Schuss durch die Milieustraße schlurft, versuchen sich einige Fotografen an ein paar heimlichen Bildern. Doch die haben ihren Plan ohne Julia Bartelt gemacht. Mit strengem Blick und klaren Worten sorgt die Presseagentin für Ordnung. Schließlich findet gleich ein offizieller Foto- und Interviewtermin statt. Gott sei Dank gibt es noch Ingo Naujoks.
Der Schauspieler sorgt mit abgewetztem Parka, hoch toupierter Vokuhila-80er-Jahre-Frisur und ein paar breitbeinigen Zunge-raus-Posen für Stimmung bei der Fotografenschar. Dann geht es los: Per Megafon werden die Komparsen vom Set gelotst. Und während sich der Rest des Teams über das Catering-Angebot hermacht, stellen sich Max Riemelt, Uwe Ochsenknecht, Axel Stein, Ismail Deniz & Co. den Fotografen.
Wenig später stehen Hauptdarsteller Max Riemelt und der echte Ironman, Andreas Niedrig, beieinander und quatschen. Für Niedrig, dessen Leben hier verfilmt wird, ist es der erste Besuch am Set. Der Profi-Triathlet und Ex-Junkie scheint zufrieden. Dass etwas nicht in seinem Sinne gedreht würde, glaubt er nicht. „Max Riemelt war für mich immer schon erste Wahl für die Besetzung meiner Figur. Filmproduzent Frijtjof Hohagen und Adnan Köse haben sich drei Jahre lang sehr intensiv mit mir und meiner Familie auseinander gesetzt. Adnan Köse macht das alles sehr authentisch“, lobt Niedrig.
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