Dinslaken: Jazz-Cocktail mit neun Zutaten
VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 09.07.2010Dinslaken (RPO). Nach einer äußerst erfolgreichen Spielzeit startet die Jazz Initiative Dinslaken im Oktober die neue Reihe. Das Publikum kann sich auf einen spannenden Mix freuen: Neben traditionellem Jazz bieten die neun Konzerte viel Zeitgenössisches, frei Improvisiertes und auch Experimentelles.
Die Nighthawks, seit zwölf Jahren eine feste Größe im Electro- und Lounge Jazz, machen am 9. Oktober den Aufschlag. Tenorsaxophonist Frank Roberscheuten steht am 28. Oktober mit seinem Hiptett auf der Bühne im Ledigenheim. Der Swing-Jazzer, der schon mit seinem Echoes of Swing Orchestra und Three Tenors in Dinslaken gastierte, bringt als Gast Howard Alden mit, einen der besten Mainstream-Gitarristen der Welt.
Zum Gipfeltreffen musikalischer Querdenker haben sich für den 12. November der Akkordeonist Luciano Biondini, Tubaspieler Michel Godard und der Cellist Ernst Reijseger angesagt. Alle drei kommen aus der Klassik, alle drei haben auf ihren Instrumenten völlig unkonventionelle Spielweisen entwickelt.
Abopreise
Das Jazz-Abo kostet für Konzerte 90 Euro. Mitglieder der Jazz Initiative zahlen 75 Euro. Schüler und Studenten sind mit 35 Euro dabei.
Alle Konzerte finden im Ledigenheim Lohberg, Stollenstraße 1, statt.
Die Jazzreihe wird in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bildung, Kultur und Stadtgeschichte durchgeführt.
In Kooperation mit dem Veranstalternetzwerk "Jazz am Niederrhein" gibt es am 10. Dezember unter der Leitung des Pianisten Stevko Busch ein Projekt mit niederländischen und deutschen Musikern.
Nils Wogram Septett
Das Nils Wogram Septett bringt am 16. Januar einige der besten Improvisatoren und Instrumentalisten der deutschen Jazzszene zusammen. Alles Musiker sind seit vielen Jahren auch mit eigenen Projekten aktiv. Wogram zählt zu den meistbeachteten Jazzposaunisten der jungen Generation in Europa. Ausgefeilte Kompositionen, musikalisch brillant umgesetzt, sind sein Markenzeichen.
"For Free Hands" nennt sich ein Quartett, das abseits oft gegangener Wege balkaneske Brücken zwischen Jazz, freier Improvisation und Folklore schlägt. Offen, vielseitig, immer auf der Suche nach Neuem, versuchen die Musiker die Tradition hinter sich zu lassen. Live zu erleben ist das Ganze am 18. Februar 2011.
Ein Doppelkonzert steht für den 16. März auf dem Plan. Präsentiert werden zwei Bands, die ihre Einflüsse aus dem Tango höchst unterschiedlich interpretieren. "Vibratanghissimo" geht mit Viola, Vibraphon, Kontrabass und Klavier an den Start. "Tango Transit" verschmilzt Elemente aus Klassik und Jazz, Funk und Drum & Bass mit Akkordeon, Bass und Schlagzeug. Die Grundidee des Tango wird radikal emotional in die Moderne transportiert.
Das Meike Goosmann Quintett hatte die Jazz Initiative bereits für die zu Ende gegangene Konzertreihe engagiert. Dann bekam die Saxofonistin Nachwuchs und musste eine Babypause einlegen. Am 1. April 2011 holt die Musikerin, die stilistisch zwischen Jazz, zeitgenössischer europäischer Musik und Worldmusik angesiedelt ist, ihr Konzert nun nach.
Doppelkonzert
Ein Doppelkonzert beendet die Jazz-Spielzeit am 7. Mai. "Swing Low" nennt sich das Duo der Sängerin Simone Helle mit dem Bassisten Stefan Werni. In dem Programm geht es um das elementare Klangerlebnis von Stimme und Bass ohne Unterstützung eines Harmonie-Instruments. Das Duo präsentiert Songs von Gospel über Swing, Blues, Pop bis hin zu Rockkrachern.
"Get The Cat" hat den Blues. Astrid Barth (Gesang), Philipp Roemers (Gitarre), Till Brandt (Bass) und Ralph Schläger (Schlagzeug) wollen den Beweis liefern, dass Blues nichts von seiner Frische und Aktualität verloren hat. Und sie zeigen, dass sie trotz der typischen Herz-, Schmerz- und Leidensgeschichten, die sie in ihren Texten erzählen, keine Angst vor guter Laune haben.
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