Dinslaken: Jessica kämpft weiter um Jane
VON HENRIK EICKELKAMP - zuletzt aktualisiert: 31.03.2008Dinslaken (RPO). Jessica Kessler ist zufrieden. Bei ihrem ersten Live-Auftritt in der Sat1-Castingshow „Ich Tarzan, du Jane“ konnte die Walsumer Sängerin das Saalpublikum und die Fernsehzuschauer überzeugen.
Dinslaken/Walsum/Köln „Jessica, du bist weiter“, auf diesen Satz von Moderator Hugo Egon Balder warteten Jessica Kesslers Fans am Freitagabend sowohl im Fernsehstudio als auch zu Hause am Bildschirm, und sie wurden nicht enttäuscht. Die Sängerin aus Walsum darf auch in der nächsten Live-Show wieder um die weibliche Hauptrolle in dem Musical „Tarzan“ kämpfen. „Ich bin fix und fertig“, sagt sie nach der Sendung, „Ich hätte nie gedacht, dass das alles so nervenaufreibend wird.“
Als wär’s das allererste Mal
Die anderen Kandidaten hatten vor Kesslers Auftritt die Messlatte äußerst hoch gelegt. Die Jury, bestehend aus Bühnenstar Pia Douwes, Musical-Manager Michael Hildebrandt, Castingdirektor Ralf Schädler und Gastjuror Roger Cicero, hatte an den Bewerbern, die immer als Duettpaar auftraten, kaum etwas auszusetzen. Das viele Lob an die anderen Kandidaten bedeutete für Kessler zusätzlichen Stress: „Die waren alle so gut. Als ich endlich dran war, war ich so aufgeregt, als würde ich das allererste Mal auf der Bühne stehen.“
Die Jury
Pia Douwes aus Amsterdam gehört zu den bekanntesten europäischen Musicaldarstellerinnen, die Hauptrolle im Wiener Musical „Elisabeth“ machte sie berühmt. Michael Hildebrandt ist Geschäftsführer der Musicalfirma „Stage Entertainment“, die neben „Tarzan“ auch Musicals wie „Mamma Mia“ oder „Tanz der Vampire“ auf die Bühne bringt. Ralf Schaedler ist seit 2007 als Casting-Director für „Stage Entertainment“ tätig. Zuvor hat er selbst als Musicalstar auf der Bühne gestanden, unter anderem als Rusty in „Starlight Express“ oder Billy in „Dirty Dancing“.
Dabei ist die 27 Jahre alte Walsumerin schon fast ein alter Hase im Musicalgeschäft. Das wissen auch die Dinslakener Musicalfreunde, die sie bereits mehrfach beim Fantastival erleben durften. Anders hingegen ihr Duettpartner, der erst 21 Jahre alte Anton Zetterholm. „Ich habe versucht, den kleinen Schweden ein bisschen unter meine Fittiche zu nehmen“, sagt Kessler, „Das hat mich von meiner eigenen Nervosität abgelenkt.“
Als letztes von acht Paaren betreten Kessler und Zetterholm die Bühne, um den Song „One“ in der Duettversion von U2 und Mary J. Blige zu singen. Nach nur wenigen Noten bricht das Publikum bereits in Beifall aus. „Die Leute sind unglaublich toll mitgegangen, das hat mich total überrascht und motiviert“, sagt Kessler später. Das Paar gibt auf der Bühne alles und bietet eine nahezu perfekte Show, kommentiert Pia Douwes anschließend den Auftritt. Auch Roger Cicero ist begeistert und wünscht sich lediglich von Anton ein bisschen mehr Gesang aus dem Bauch heraus.
Per Telefon und SMS dürfen nun die Fernsehzuschauer darüber abstimmen, wer wiederkommen darf, und wer nicht. Sowohl für Anton als auch für Jessica hat Moderator Balder später gute Nachrichten, sie sind beide eine Runde weiter. Zwei männliche und zwei weibliche Kandidaten bleiben zum Schluss übrig, über deren Weiterkommen nun die Jury entscheiden muss, was bei den durchweg guten Leistungen schwer fällt: „Niemand hat es verdient, heute Abend auszuscheiden“, stellt Pia Douwes klar. Die schwere Wahl fällt letztendlich auf den Schweizer Daniel Berini und die Niederländerin Esther Mink.
Jessica Kessler ist nach der Show erschöpft, aber glücklich. Ihre Familie und Nachbarn aus Walsum haben zum Daumendrücken im Publikum gesessen, Nachbarstochter Jana überreicht der Sängerin freudestrahlend einen großen Blumenstrauß. „Das ist so süß. Schade, dass die jetzt alle so schnell wieder nach Hause fahren müssen.“ Viel Zeit zur Erholung bleibt Kessler nicht, denn schon am Dienstag beginnen die Proben für die zweite Live-Sendung am nächsten Freitag.
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