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Dinslaken: Jetzt "nur" im kleinen Finale

VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 09.07.2010

Dinslaken (RPO). Der Traum vom vierten Stern ist ausgeträumt. Nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft herrschte bei den Dinslakener Fans große Enttäuschung. Die üblichen Jubelszenen am Kreisverkehr fielen aus.

Danach herrschte nur noch Trauer. Foto: RPO
Danach herrschte nur noch Trauer. Foto: RPO

Nach den erfolgreichen Spielen der DFB-Elf gegen Australien, Ghana, England und Argentinien befand sich der Kreisverkehr vor der DIN-Arena im Ausnahmezustand. Überall wehten die Fahnen in Schwarz-Rot-Gold, die Fans im Trikot mit dem Adler auf der Brust sangen und feierten eine wilde WM-Party, bengalische Feuer wurden gezündet. Am Mittwochabend war es aber gespenstisch ruhig. Deutschlands Truppe war mit dem 0:1 gegen bessere Spanier verdient ausgeschieden, und die Besucher der vollen Kathrin-Türks-Halle wollten nur noch nach Hause – der Stachel der Enttäuschung saß mehr als tief.

Erinnerungen an 2006

Erinnerungen an 2006 wurden wach, als die Deutschen im eigenen Land ebenfalls im Halbfinale – damals an Italien – gescheitert waren. Die DIN-Arena, Dinslakens Treffpunkt zum Fußball feiern Nummer eins, gab wie immer alles und feuerte die Mannschaft lautstark an, doch es sollte nicht reichen. "Schade, dass es nicht mit dem Finale geklappt hat. Aber man muss einfach zugeben, dass Spanien besser war", sagte Sebastian. Daran zweifelte an diesem Abend auch niemand, doch der Traum vom vierten Stern mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft war ausgeträumt: "Tore hätten wir genug bekommen können, aber ausgerechnet nach einer Standardsituation auszuscheiden, ist bitter. Im Halbfinale einer Weltmeisterschaft darf ein solcher Fehler bei einer Ecke nicht passieren – der hässliche Puyol kommt ja viel zu frei zum Kopfball", kommentierte Jens die Niederlage. "Dann muss ich mir nächsten Montag wenigstens nicht freinehmen", meinte dagegen Tim.

Info

Kartenverlosung

Das deutsche Team hat das Endspiel verpasst. Dennoch geht das Fußballfest in der DIN-Arena in der Kathrin-Türks-Halle weiter. Noch kann Jogis Truppe Dritter werden. Und das wäre doch auch ein schöner Erfolg. Daher weiter Daumen drücken und das deutsche Fußballteam anfeuern. Am Samstag, 10. Juli, spielen um 20.30 Uhr Deutschland und Uruguay um den dritten Platz der Fußball-WM in Südafrika. Wer sich einen Platz für die Übertragung des Spiels im kleinen Finale auf Großleinwand vorab sichern möchte, kann das tun. Die Stadtwerke Dinslaken verlosen wieder unter ihren Kunden jeweils 25 mal zwei exklusive Einlass-Karten. Fußballfans, die noch einmal die tolle Atmosphäre in der DIN-Arena miterleben wollen, rufen bei den Stadtwerken Dinslaken heute zwischen 10 und 10.15 Uhr unter % 02064 605-152 oder 605-154 an. Die Karten werden unter allen Anrufern verlost.

Lob ist kein Trost

Dass die anderen Nationen das attraktive Spiel von Jogis Jungs so loben und jeder Fachmann aus dem Fernsehen erklärt, dem deutschen Team gehört die Zukunft, war für Boris nach dem Ausscheiden kein Trost: "Alle sagen immer, es fehlt der Mannschaft an Erfahrung. Aber die meisten Spieler standen schon 2006 im Halbfinale und bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren sogar im Finale – das ist doch mittlerweile Erfahrung genug, oder?" Carsten ging kritisch mit dem Bundestrainer ins Gericht. Er fragte sich, ob die Deutschen unter Coach Löw bei einem Turnier schon einmal einen Rückstand aufgeholt hätten. Den kritischen Blick auf den Bundestrainer teilte er übrigens mit Dinslakens Bürgermeister. Für Michael Heidinger, treuer Fan der DIN-Arena, war klar, dass Löw sein zuletzt so erfrischend aufspielendes Team mit einer viel zu vorsichtigen Einstellung auf den Platz geschickt hatte.

Auch im Ulcus war nach dem Spiel nicht mehr viel los. Wo nach dem Sieg gegen England noch mit der Polonaise ausgelassen gefeiert wurde, saßen an der Theke lange Gesichter und tranken ein letztes Bier. Auf den Bildschirmen liefen noch einmal die wichtigsten Szenen der Partie und ein "Mach' die Fernseher aus" war aus einer kleinen Herrenrunde in der Ecke zu hören.

Quelle: RP

 
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