Dinslaken: Jörg Dehm auf dem Sprung
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Dinslaken (RPO). Dinslakens Kämmerer Jörg Dehm ist als Oberbürgermeisterkandidat in Hagen im Gespräch. Dehm bestätigte gestern, dass er von der Hagener CDU angesprochen worden ist. Heute soll die Entscheidung fallen.
Zur Person
Jörg Dehm ist 2003 vom Dinslakener Rat zum Kämmerer gewählt worden. Seine Wahlzeit endet 2011.
Vor seiner Wahl in Dinslaken war Dehm Referent des Mülheimer Oberbürgermeisters. In Mülheim wohnt er noch heute. Der 45-Jährige ist verheiratet und Vater zweier Töchter.
In der Hagener Presse wurde Dehms Kandidatur gestern schon als Fakt berichtet. Soweit ist es aber noch nicht. Wie Dehm der Rheinischen Post sagte, ist er von der Hagener CDU angesprochen worden und hat auch Interesse an der „sehr reizvollen Ausgabe“. Ein entscheidendes Gespräch wird es heute mit dem Kreisvorstand der Hagener CDU geben. Am Freitag soll die Entscheidung auf einer Pressekonferenz in der westfälischen Stadt bekanntgegeben werden.
Dehm war bekanntlich auch als Nachfolgekandidat für Dinslakens Bürgermeisterin Sabine Weiss im Gespräch, hat aber – ohne parteiinternen Kampf – dem Dinslakener CDU-Fraktionschef Heinz Wansing den Vortritt gelassen. In Hagen würden Dehm ungleich größere Aufgaben erwarten. Die Stadt – als Tor zum Sauerland bekannt – hat knapp 200 000 Einwohner. Würde Dehm die Chefposition im Rathaus für die CDU erobern, wäre er Chef von rund 3500 Verwaltungsmitarbeitern.
Bislang stellt die SPD mit Peter Demnitz den Oberbürgermeister in Hagen, der sich in der Stichwahl 2004 durchsetzte. Die CDU allerdings ist die größte Fraktion im Stadtrat, dem noch sieben weitere Gruppierungen angehören.
Dehm könnte im Wahlkampf mit einem gewichtigen Pfund wuchern. Hagen braucht dringend einen ausgewiesenen Finanzexperten. Die Stadt ist hochverschuldet und hat im Zuge riskanter Finanzgeschäfte erhebliche Summen verzockt. Die Politik führt eine harte Diskussion über den notwendigen Sanierungskurs. Der bisherige sozialdemokratische Oberbürgermeister stellt sich nicht mehr der Wahl. Kandidat der SPD ist deren augenblicklicher Fraktionsvorsitzender.
Jörg Dehm machte gestern keinen Hehl aus seinem Interesse an dem Job, auch wenn es ihm, wie er der Rheinischen Post sagte, nicht leicht fallen würde, Dinslaken wieder zu verlassen.
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