Voerde: Jürgen Beckers Kabarett-Kultur
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 23.01.2012Voerde (RP). Es ist eine Mischung aus Kabarett und Exkurs in die Kulturgeschichte, die Jürgen Becker in der ausverkauften Aula des Gymnasiums Voerde seinen Gästen bietet. Kommentare zu Wulff, Griechenland und FDP in der Krise serviert der Kabarettist am Beginn seines Programms.
Dann allerdings entführt er seine Zuschauer auf eine Reise in die Welt von Kunst und Kultur, beginnend bei 15 000 Jahre alten Höhlenmalereien und endend in der Moderne. "Der Künstler ist anwesend", lautet der Titel von Beckers Programm. Gleichzeitig sind diese Worte für den Kabarettisten ein Warnhinweis für jede Vernissage. Denn dort kann man es sich mit dem Kunstschaffenden gründlich verscherzen. "Das Bild muss für sich selbst sprechen – aber oft sagt es einem nichts", erklärt Becker eine häufige Erfahrung bei solchen Veranstaltungen.
Ausflug in die Kulturgeschichte
Dann geht es ab in die Vergangenheit. Mit zahlreichen Projektionen auf der Bühne erklärt Becker, wie man von Höhlenmalerei ("Sauerbraten ante portas") zu den Pyramiden kommt. Er erläutert den Unterschied von dorischen, ionischen und korinthischen Säulen und die Ursprünge der christlichen Ikonographie.
Der Kabarettist freut sich über Nackte in der Renaissance. "Die Sixtinische Kapelle hat einen FKK-Strand an der Decke", kommentiert er das Werk Michelangelos. Im Barock kommt Rubens dran. "Der hat für Frauen unter 200 Kilogramm keinen Pinsel in die Hand genommen", sagt der Kabarettist. Manchmal zieht Becker ganz eigene Schlüsse aus den betrachteten Kunstwerken. Nach eingehender Beobachtung verschiedener Motive von Caspar David Friedrich, ergibt sich für den Rheinländer ganz klar: "Das ist der einzige Maler, der immer Glück mit dem Wetter hatte."
Freilich, so Becker, könne man nie so ganz sicher sein, wo denn nun Kunst anfange. "Heute kann jedes Gerümpel ein Kunstwerk sein und jeder Spermülltermin eine Vernissage", findet er. Eine allgemeingültige Definition von Kunst gebe es allerdings. Die hat mit der Firma Hasenkamp zu tun, der führenden Spedition für Kunsttransporte. "Kunst ist, was von Hasenkamp transportiert wird", lautet Beckers abschließende Definition des Kunstbegriffs.
Ein Kölsch als Dankeschön
"Sie waren ein wunderbares Publikum – und das sage ich nicht jeden Abend", sagt der Kabarettist zum Schluss seines Auftritts, für den es vom Publikum reichlich Applaus gibt. Der Kabarettist bedankt sich, indem er Kölsch spendiert.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




