Dinslaken: Jungen sollen sich entdecken
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 10.09.2010Dinslaken (RPO). Unter dem Slogan "Zeit, dass sich 'was dreht" findet morgen im Jugendzentrum P-Dorf in Oberlohberg der dritte Dinslakener Jungentag statt. Vor allem das Rollenverständnis der Zehn- bis 14-Jährigen soll hinterfragt werden.
Ablaufplan
10.30 Uhr Begrüßung.
11 bis 11.30 Uhr Gruppeneinteilung samt T-Shirt-Druck.
11.30 bis 13.30 Uhr Offene Angebote, Zeit je Station zwischen 30 Minuten und einer Stunde.
13.30 bis 14.30 Uhr Grillen und Chillen.
14.30 bis 16 Uhr Kreativworkshops.
16 bis 17 Uhr Abschlussparty samt der Präsentation der Workshopergebnisse.
Es scheint, als würde sich auch das männliche Pendant zum Girls' Day in Dinslaken etablieren. Nach der zehnten Auflage des Mädchentages im April findet morgen unter dem Slogan "Zeit, dass sich 'was dreht" von 10.30 bis 17 Uhr im Jugendzentrum P-Dorf am Baumschulenweg 6 in Oberlohberg der dritte Dinslakener Jungentag statt. Zu diesem kostenlosen Aktionstag sind alle Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren eingeladen.
Kontakte knüpfen
Die Ziele des Jungentages beleuchtete P-Dorf-Mitarbeiterin Angelika Supper: "Wir wollen Jungen den Raum geben, um Kontakte zu knüpfen – untereinander und mit Männern, die interessante Workshops leiten." Da in Kindergärten und Schulen mehr Frauen als Männer angestellt sind, würden viele Jungen sich laut Angelika Supper nicht derart öffnen, wie sie es einem Mann gegenüber täten. "Vielleicht kommen so auch Gespräche über Sexualität, Beziehungen oder Pubertät zustande. Wobei wir diese Gespräche nur unterschwellig anbieten und nicht direkt anschneiden werden", berichtet die Erzieherin. Vor allem sollen in den einzelnen Gruppen das Rollendenken hinterfragt und Meinungen zu dem Thema ausgetauscht werden.
Miriam Fengels vom Dinslakener Jugendamt unterstrich die Zielführung von Angelika Supper. "Wir wollen den Jungen die Möglichkeit bieten, die Vielfältigkeit des Männerdaseins zu erleben, ohne dass sie dabei von Frauen ,behindert' werden." Als Beispiel nannte Angelika Supper einen Koch-Workshop. "Es gibt ja dieses eingeschärfte Bild, dass immer die Mutter, also die Frau, kocht. Viele Jungen würden sich in diesem Feld aber gerne einmal ausprobieren – ohne dabei von einer Frau oder einem Mädchen aufgezogen zu werden." Vor diesem Hintergrund seien als Workshopleiter bewusst nur Männer gewählt worden.
Die Workshops sind das Prunkstück des Jungentages und dürften viele Kinder anlocken. Das Angebot umfasst etwa Balance-Aktionen auf einer Slackline, einen Abenteuer-Parcours, einen Photo-Workshop oder aber die Arbeit mit Plattentellern und CD-Spielern, die die Dinslakener DJ School erläutert.
Mehr Unterstützung von Männern
Für die Zukunft wünscht sich Angelika Supper bei der Planung und Durchführung des Jungentages noch mehr Unterstützung von Männern. "Viele Jungen sind in dem Alter zögerlich, wenn sie nicht mit einem Mann sprechen können", erläutert sie.
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