Dinslaken: KAB: 100 Jahre soziales Gewissen
VON MATTHIAS KNAUER - zuletzt aktualisiert: 18.08.2008Dinslaken (RPO). Mit einem Festakt am Samstagabend und einem großen Familienfest am Sonntag feierte die KAB Sankt.Johannes Eppinghoven ihr großes Jubiläum. Seit 100 Jahren engagieren sich Männer und Frauen der Gemeinde in der katholischen Arbeitnehmerbewegung.
Festredner Thomas Groß, stellvertretender Bürgermeister in Dinslaken und selbst jahrelang aktiv in der KAB, fasste die Geschichte des Vereins in Eppinghoven zusammen: „Die KAB hat gezeigt, dass sie wichtig ist, und wird das auch in Zukunft sein.“ Dabei sei von Beginn an klar gewesen, dass die 54 Gründungsmitglieder von 1908 für das Wohl aller eintraten. „Immer mit dem Gesicht den Menschen zugewandt, niemals mit dem Rücken.“
Besonders hob Groß die Rolle der KAB in den Wirren der NS-Zeit hevor. Er zitierte aus einem Gestapobericht in dem es heißt, „dass kein Mitglied der KAB in die Partei eingetreten war.“ In der Tat hätten sich die in der KAB organisierten Arbeitnehmer „wohltuend anders verhalten, als so viele andere Berufgruppen.“ In Dinslaken fand der stille Protest der KABler, insbesondere der Männer, im April 1934 seinen Höhepunkt. Aus allen Gemeinden machten sich die Männer in einem Sternenmarsch nach Eppinghoven auf, gleichsam als stiller Protest gegen die NS-Politik. Dieser Protest blieb nicht ohne Folgen. Die Liste der gestorbenen Glaubenszeugen und Märtyrer der NS-Zeit sei erschreckend lang.
Doch auch für die Zukunft müsse sich die Bewegung ihrer Bedeutung klar sein. Die Menschen bräuchten das Engagement von Frauen und Männern in der KAB. In vielen Bereichen war und wird der Verein weiterhin wichtigstes, kritisches und vor allem soziales Gewissen bleiben. „Menschen, Kirche, Staat, Gesellschaft, Arbeitswelt und eine globalisierte Welt sind neue und wichtige Herausforderungen für die Zukunft,“ resümierte Groß.
Ein Stück lebendige Kirche
Pastor Theo van Doornick freute sich ebenfalls über das Jubiläum. „Diese katholischen Verbände machen Kirche lebendig. Jetzt gilt es, mit Schmackes weiterzumachen.“
Im Anschluss gratulierten zahlreiche Gruppen und Vereine aus dem Dinslakener Stadtteil bevor die zweite Vorsitzende der KAB, Monika Barking, die Gäste zu einem kleinen Imbiss ins Pfarrheim einlud.
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