Dinslaken: Kamera läuft – in Kürze
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 17.02.2007Dinslaken (RPO). Dass Schauspieler am Filmset den halben Tag mit Warten verbringen, ist bekannt. Doch auch den Komparsen beim „Ironman“-Filmdreh erging es da nicht besser. So hieß es: Langes Warten auf den kurzen Auftritt.
Lisenka Sedlacek aus Aachen steht in einem beinah leeren Raum auf der ehemaligen Kinderstation 4B im Sankt Vinzenz Krankenhaus. Seit eineinhalb Stunden spaziert die 21-Jährige durch die Flure. Die Warterei wurde lediglich durch ein paar Minuten in der Maske unterbrochen. „Sie haben mir die Wimperntusche abgeschminkt und dunkle Schatten unter die Augen gemalt“, erzählt Lisenka. Vor gerade einmal zwei Wochen beendete sie ihre dreieinhalbjährige Ausbildung an der Schauspielschule in Aachen. Ursprüngliche hatte sie bei Adnan Köse für die Rolle der Pia vorgesprochen. Der Regisseur lehnte ab, wollte das hübsche Mädchen mit dem Lockenkopf aber trotzdem in seinem Dokumentarfilm über den Dinslakener Triathleten Andreas Niedrig unterbringen. „Und so bin ich schließlich Komparsin für die Gruppentherapie-Szene geworden“, erzählt die 21-Jährige lächelnd.
Professionelle Hilfe
Neben dem langen Warten hatte das Vinzenz-Hospital auch einigen logistischen Aufwand betrieben, um die Dreharbeiten für den „Ironman“-Film so gut es geht zu unterstützen. Der Fahrradkeller wurde geräumt, Krankentransporte umgeleitet. „Sehr professionell“, urteilte da auchSzenenbildner Oliver Hoese.
Obwohl sie und die restlichen fünf Darsteller noch keine genauen Angaben darüber haben, wie und was es in einer knappen Dreiviertelstunde vor dem gleißend hellen Licht der Scheinwerfer zu tun gilt, blicken sie alle noch recht entspannt drein. „Ist ja keine große Sache“, tönt es aus den kleinen Grüppchen, in denen die auf 80er-Jahre-Psychiatriepatienten getrimmten Laiendarsteller zusammen stehen. Da war die Auswahl der passenden Garderobe schon etwas verzwickter. „Die Schuhe habe ich von meiner Mama“, erklärt Lisenka und lässt einen prüfenden Blick gen Boden gleiten. Ihre besockten Füße stecken in schwarzen Riemchensandalen, die nur noch durch die knallenge Leggins und den weiten Pullover getoppt werden. „Alles Original 80er!“, betont auch ihr Komparsenpartner Jörg Meier, den Dinslakener Gastronomiefreunden eher als „Schorsch“, bekannt. Er hat extra für den großen Kinoauftritt seine erste Lederhose aus dem Schrank gekramt. „Die ist noch von 1984, genau wie die Schuhe.“ Der Maske war trotzdem noch ein kleiner Fehler im ansonsten stilechten 80er-Outfit aufgefallen: „Die Kotletten mussten abrasiert werden.“
Mit etwa 50 Leuten wird das Filmteam am späten Nachmittag anrücken und die Psychiatrie-Szenen im eigens für diesen Tag geräumten Fahrradkeller des Krankenhauses drehen. „Wegen der vergitterten Fenster haben die Räume dem Team gleich gefallen“, sagt Matthias Ruß, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Sankt Vinzenz. Auch er wartet nun seit mehreren Stunden. Aber das gehört ja dazu.
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