Dinslaken: Kampf der Energieverschwendung
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 31.10.2007Dinslaken (RPO). Mit bunt illustrierten Schauwänden, einer großen Umfrage, zwei Energiespar-Liedern sowie dem Verkauf des eigenhändig erstellten Klimawörter-Lexikons präsentierte sich die Grundschule an der Gartenstraße gestern auf dem Altmarkt.
Nach knapp 90 Minuten waren alle Exemplare des Klimawörter-Lexikons restlos vergriffen. „Wir haben für alle Wörter, die wir in den Zeitungsartikeln nicht verstanden haben, im Internet und in Büchern nach Erklärungen gesucht. Das wurde dann nochmal leicht verständlich aufgeschrieben“, erklärt Nadine Neuhaus, Schülerin der Klasse 4a, das Konzept des Lexikons.
Zum Preis von einem Euro gingen die Lexika ruck-zuck weg. „Jetzt haben wir schon 100 Euro in der Kasse, plus Spenden für die selbst gebastelten Windräder“, freute sich Annegret Schubert, Klassenlehrerin der 4a. Das Geld, so die Lehrerin, wird in Unterrichtsmaterialien zum Thema Energiesparen und Klimawandel investiert. Dann wurde es wuselig um den Marktstand der Grundschüler. Die anderen vierten Klassen der Gartenschule rückten an. Singen stand auf dem Programm. „Stand by – Good Bye“ und – im Karibik-Limbo-Gewand – „Das ist prima für das Klima, wir schalten alles aus“. Für ihre musikalische Aufforderung zum Energiesparen bekamen die Schüler mächtig Applaus. Als sich der Trubel gelegt hatte, stand Joey Peerenboom aus der 4c an den großen Schautafeln und erklärte die Ergebnisse der letzten drei Wochen Sachunterricht. Mit bunten Bildern aus dem Internet illustriert, hatten die Schüler auf den Tafeln alle Energiequellen von Steinkohle bis Solarenergie vorgestellt und anhand eines Schaubildes den Treibhauseffekt erklärt. Die Folgen des Klimawandels und eine Auflistung von Energiesparmöglichkeiten rundeten die Präsentation ab.
„Fifty-Fifty“
Das Thema Energiersparen ist an der Gartenschule noch lange nicht abgeschlossen. Beim „Fifty-Fifty“-Projekt der Stadt gilt es ab 1. Januar 2008, möglichst wenig Energie an der Grundschule zu verbrauchen. Das Geld, was dadurch gegenüber den Vorjahren eingespart wird, kommt zu 50 Prozent der Schule zugute.
„Den Computer ganz runterfahren, den Fernseher nicht im Stand by lassen, beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen lassen und Wasser immer mit Deckel aufkochen – es gibt ganz viele Möglichkeiten, zu Hause einfach Energie zu sparen“, referierte Joey Peerenboom.
Alleine deswegen fand er den Unterricht zum Klimawettbewerb schon interessant. „Das war alles spannend zu hören. Wir achten jedenfalls jetzt alle darauf, dass keine Energie mehr verschwendet wird.“ Sätze, die Annegret Schubert gerne hört. „Den Kinder hat es viel Spaß gemacht. Sie haben viel recherchiert und nachgefragt. Alle waren sehr engagiert und interessiert bei der Sache und haben viel gelernt.“ Währenddessen stapelten sich am Marktstand die Umfragebögen. Welche elektrischen Geräte wie oft benutzt werden und worauf am besten verzichtet werden könnte, wollten die Grundschüler von den Marktbesuchern verschiedener Altersklassen wissen.
Nach zwei Stunden hatten die Schüler schon über 80 ausgefüllte Bögen angeschleppt. „Das ist klasse“, fand Viertklässler Joey Peerenboom. „Alle machen gut mit und hören uns auch zu. Wir wollten die Leute wach machen. Das hat super geklappt.“
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