Dinslaken/Voerde: Keine Chance auf schneefrei
VON HEINZ SCHILD UND RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 07.01.2009Dinslaken/Voerde (RPO). Die Ferien sind zu Ende, die Schule beginnt bei Schnee – für viele Kinder ist es das erste Mal bei solch winterlichen Bedingungen. Das heißt: Das Fahrrad bleibt zu Hause, Eltern spielen Taxifahrer, und gelernt wird in Pantoffeln.
Die Schulwege sind geräumt, auch Trampelpfade abgestreut, die Klassenräume gut vorgeheizt. Die Chancen auf schneefrei und damit eine Verlängerung der Weihnachtsferien stehen schlecht. Die Stadt Dinslaken geht davon aus, dass heute trotz des Wintereinbruchs ganz normaler Unterricht stattfinden wird. „Jeder Schulleiter entscheidet aber eigenständig, ob er die Kinder nach Hause schickt oder nicht“, erklärte Pressesprecher Horst Dickhäuser. Das letzte Wort haben ohnehin die Eltern. Die sollten dafür sorgen, dass ihre Kinder nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren. „Das ist lebensgefährlich,“ sagte Uwe Matoni, Schulpflegschaftsvorsitzender des Otto-Hahn-Gymnasiums.
Tipps der Polizei
Kinder sollten auf dem Weg zur Schule deutlich erkennbar sein. Deshalb empfiehlt Polizeisprecher Egbert Dörnemann, Kleidung mit Reflektionsstreifen oder gar reflektierede Westen zu tragen. Auf dem Schulweg sollte nicht rumgebalgt oder eine Schneeballschlacht zwischen geparkten Autos ausgetragen werden.
„Wenn jemand sein Kind aus Sorge zu Hause behält, akzeptieren wir das als Entschuldigung“, betonte Alfons Knauer, stellvertretender Leiter der Voerder Realschule. Grund zur Sorge sieht er allerdings nicht. Die Hauptverkehrswege sind geräumt. Die Schulbusse können problemlos fahren. In der Schule selbst ist es warm. Der Hausmeister hat die Klassen bereits am Montag auf Betriebstemperatur gebracht. Und es gibt eine Sonderregelung: Schülerinnen und Schüler, denen es draußen zu kalt ist, dürfen auch während der Pause im Gebäude bleiben.
Pause im Schnee
Baldur Bertling, Leiter der Averbruchschule, kann sich nicht vorstellen, dass „seine Kinder“ das wollen. „Die Kinder freuen sich auf die Schule, und sie freuen sich darauf, während der Pause im Schnee herumtoben zu dürfen.“ Dem Hausmeister hat Bertling entsprechende Order gegeben: Wege räumen, aber genug Schnee zum Spielen übrig lassen. Damit das Reinigungspersonal keine Nachtschicht einlegen muss, haben die Kinder die Möglichkeit, nach der Pause ihre Schneematschschuhe auf dem Flur zu trocknen. „Einige Klassen haben Pantoffeln, oder die Kinder laufen in Stopper-Socken herum“, berichtete der Schulleiter. Das ist an der Averbruchschule nichts Ungewöhnliches. Auch nach dem Fußballspielen im Sportunterricht ziehen die Kinder ihre Schuhe aus. Der Dreck vom Sportplatz bleibt draußen.
„Es ist doch schön, dass die Kinder Schnee erleben“, meint Gabriele Lützenkirchen-Modro. Und deshalb steht für die Leiterin der Dinslakener Gartenschule fest, dass die Kinder in der Pause nach draußen auf den Schulhof gehen werden. Damit dort aber nichts passiert, werden vorher einige Verhaltensregeln mit den Jungen und Mädchen besprochen. Die Klettergerüste sind tabu, weil dort die Ausrutschgefahr zu groß ist. Verboten sind Schneeballschlachten, obwohl die Grundschulrektorin sich sicher ist, dass dennoch weiße Bälle durch die Luft fliegen werden. Sie empfiehlt, dass die Kinder bei diesen arktischen Witterungsverhältnissen nicht mit dem Fahrrad zur Schule kommen, weil das Radfahren momentan zu gefährlich ist.
Wie immer nach Ferien werden auch heute Polizeibeamte für die Schulwegsicherung sorgen, erklärte Polizeisprecher Egbert Dörnemann. Er geht davon aus, dass die Eltern mit ihrem schulpflichtigen Nachwuchs über das richtige Verhalten bei Eis und Schnee gesprochen und auf Gefahren aufmerksam gemacht haben. An die motorisierten Verkehrsteilnehmer appelliert er, vorsichtig zu fahren und daran zu denken, dass die Schulkinder wieder unterwegs sind.
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