Dinslaken: Kirchenprosa – Kneipenlyrik
VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 14.11.2006Dinslaken (RPO). Hüsch in der Kirche, Bukowski in der Kneipe – die Burghofbühne startet mit neuen Leseprojekten in die Weihnachtszeit. Zum Auftakt gibt es am Totensonntag in der Herz-Jesu-Kirche „Lyrik und Musik im November“.
Eintritt frei
Der Eintritt für alle Lesungen der Burghofbühne ist frei. Im Anschluss an die Hüsch-Lesung in der Herz-Jesu-Kirche am 26. November gibt es eine Ausgangskollekte.
Die Spenden fließen dem Förderkreis der Kirche zu.
Für einen Flensburger ist nicht ganz leicht, Hanns Dieter Hüsch zu mögen. Auch für Lars Helmer, Dramaturg der Burghofbühne, war es eher Liebe auf den zweiten Blick. Mittlerweile ist das Nordlicht von Hüsch begeistert. „Das ist jemand, den man entdecken muss; jemand, den auch Leute, die nicht vom Niederrhein kommen, kennen sollten.“ Schauspieler Erwin Kleinwechter hat den vor einem Jahr gestorbenen Satiriker mittlerweile ins Herz geschlossen. Als gebürtiger Bayer hat er sogar Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen in seiner Heimat und „dem Niederrheiner an sich“ entdeckt: „Auch hier wird der Liebe Gott als Kamerad behandelt. Das hat mich sehr gefreut, bei uns in Bayern ist das genauso.“
„Lieber Hanns Dieter“
Helmer und Kleinwechter sind Hüsch nah gekommen. Wie nah, verrät bereits der Titel der Lesung, zu der der Förderkreis der Herz-Jesu Kirche für Sonntag, 26. November, 17 Uhr in die Herz-Jesu-Kirche Oberlohberg einlädt: „Lieber Hanns Dieter“.
Es ist das dritte Mal, dass die Burghofbühne in dem Gotteshaus zu Gast ist. Nach dem Rilke-Abend 2004 und den Erinnerung an die „Verbrannten Dichter“ im vergangenen Jahr nun also Hüsch – Gedichte, Prosastücke und Parabeln eines Satirikers, der dem Niederrheiner wie kein anderers aufs Maul zu schauen verstand und ihm in unzähligen Texten mit verschmitztem Lächeln ein Denkmal setzte. „Die Lesung wird eine Würdigung des Dichters, keine Kopie“, erklärte Lars Helmer gestern im Pressegespräch. Zum gelesenen Wort gibt es Musik: Anna-Sophie Böttcher spielt Klavier, der Flötenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Hiesfeld wird Flötenvariationen vortragen.
Lesungen ganz anderer Art gibt es demnächst im „Bräustübl“. In der Kneipe an der Wilhelm-Lantermann-Straße 58 serviert die Burghofbühne Kneipenlyrik. Motto: „Allerlei zum Bier“. Den Anfang macht Lars Helmer am 15. Dezember mit Prosa und Lyrik dreier großer literarischer Talente und zugleich bekennender Trinker: Ernest Hemingway, Hans Fallada und Charles Bukowski. Als Absacker gibt es „Schlagerlyrik“. Zwei weitere Lesungen sind für Januar und März geplant. Der Eintritt ist frei.
Besinnliches bei der Caritas
Besinnliches zur Weihnachtszeit tischen Schauspieler des Landestheaters schließlich bei der Caritas auf. Im Seniorenheim Alfred-Delp-Haus am Baßfeldshof liest am Sonntag, 3. Dezember, ab 16 Uhr Erwin Kleinwechter.
Am darauffolgenden Sonntag 10. Dezember, 10 Uhr, ist der Schauspieler Christian Furrer zu Gast. Am Sonntag, 17. Dezember, gibt es im Sankt-Ludgerus-Haus an der Friedenstraße in Wesel eine Lesung mit der Dinslakener Schauspielerin Lena Münchow.
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