Dinslaken: Kita-Pakt mit Waldorfschule
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Dinslaken (RPO). Damit in Eppinghoven ein Kindergarten bleibt, hat der Elternrat der Kita Sankt Johannes Verbindung zur Waldorfschule aufgenommen. Der Schulvorstand ist an einer Kita auf seinem Grundstück interessiert.
Die Freie Waldorfschule in Eppinghoven hat großes Interesse daran, mit den Eltern des katholischen Kindergartens Sankt Johannes zu einer gemeinsamen Elterninitiative zu verschmelzen. Diese Initiative würde dann einen neuen Kindergarten auf dem Grundstück der Waldorfschule an der Eppinkstraße betreiben. Der Elternrat der katholischen Kita erhofft sich davon die Rettung für den Kindergarten-Standort Eppinghoven. Ihre Vorstellungen haben Vertreter des Elternrates und des Schulvorstands jetzt in einem gemeinsamen Gespräch abgeglichen. "Wir haben eine sehr große Schnittmenge erkannt", sagte Matthias Moser, Vorstandsmitglied der Waldorfschule, gestern der Rheinischen Post.
Die Großgemeinde Sankt Vincentius will den katholischen Kindergarten in Eppinghoven zu Sparzwecken bekanntlich aufgeben. Sie will das insgesamt rund 1500 Quadratmeter große Grundstück samt Kita verkaufen. Darauf sollen Wohnhäuser entstehen. Nach langem Kampf gegen die Entscheidung hat der Elternrat nun die Hoffnung aufgegeben, gemeinsam mit der Kirche einen Kindergarten in Eppinghoven zu erhalten. Auf der Suche nach einem anderen Partner sind die Eltern bei der Waldorfschule fündig geworden.
Erster Plan
Idee Als der Waldorf-Vorstand erfuhr, dass die katholische Kirche den Kindergarten Sankt Johannes nicht weiter betreiben will, entstand der Gedanke für eine Übernahme der Kita. Durch bauliche Veränderungen sollte die Einrichtung für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren tauglich gemacht werden.
Scheitern In einem Gespräch am 3. Dezember mit Sankt Vincentius erfuhr der Waldorf-Vorstand, dass die Gemeinde das Gebäude samt Grundstück verkaufen will. Der Kaufpreis ist für die Waldorfschule nicht erschwinglich.
Kindergarten verlagern
Der Waldorfkindergarten an der Gerhard-Malina-Straße umfasst zwei Gruppen plus eine halbe Spielgruppe. Dem Vorstand der Waldorfschule ist die Distanz zwischen Schule und Kita zu groß. Daher rührt der Gedanke, den Waldorfkindergarten auf das Schulgelände an der Eppinkstraße zu verlagern. Das Areal ist groß genug. Es müsste nur ein kleiner Streifen Land angekauft werden, um eine vorgeschriebene Freifläche vorweisen zu können. Gespräche mit dem Eigentümer laufen.
Baut der Waldorf-Vorstand einen neuen Kindergarten, soll er laut Vorstandsmitglied Matthias Moser mindestens vier Gruppen groß werden, um den Bedarf an Kita-Plätzen zu decken. Vorstellbar sei dabei eine Trennung zwischen Waldorf-Gruppen und Gruppen mit anderem Betriebskonzept. Grundsätzlich werden Waldorf-Einrichtungen zwar von Elterninitiativen getragen. Wird in Eppinghoven ein neuer Kindergarten entstehen, will der Waldorf-Vorstand bei der Stadt gleichwohl wegen finanzieller Unterstützung vorsprechen.
"Wir wollen langfristig etwas Positives gestalten für den Ort und für die jungen Familien hier. Ein Kindergarten mit einer gemeinsamen Elterninitiative dahinter wäre ein Superding. Davon würde auch die Stadt profitieren", sagte Waldorf-Vorstand Moser. Zu dem Konzept des Elternrates von Sankt Johannes, wie ein Kindergarten in Eppinghoven erhalten und wie er betrieben werden könnte, betonte Moser: "Das hat uns total überzeugt."
Weitere Berichte zur Kita-Situation in Eppinghoven im Internet unter:
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