Voerde: Klarer Sieg und 10 000 Euro!
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 29.09.2008Voerde (RPO). Reportage am Montag Es war nicht nur ein Kampf der Städte, sondern auch einer der Rheinseiten. Beim RWE-Städteduell erstrampelten die Voerder gegen Rheinberg 33,885 Kilowattstunden Energie und den Sieg.
Freudentaumel auf dem Voerder Marktplatz. Während die Beine weich wie Butter sind, recken sich die Arme der Städteduell-Teilnehmer kraftvoll gen Himmel. Die Voerder feiern den Sieg von 33,885 erstrampelten Kilowattstunden Energie über Rheinbergs läppische 25,632 Kilowattstunden, als wenn sie gerade, ein jeder für sich, nach jahrzehntelanger Vorbereitungszeit die Tour de France gewonnen hätten. Mit gutem Recht. Denn das sportliche Spektakel spült 10 000 Euro Gewinnprämie für Vereine und soziale Belange in die Stadt.
Fünf Stunden lang hatten Voerder Vereine in die Pedale getreten, was das Zeug hält, Wasserflaschen in und über sich geschüttet, die Ernährung kurzerhand radikal auf Äpfel und Bananen umgestellt und vor allem lautstark die Rheinberger verhöhnt. Die nämlich waren der Gegner, obwohl sie von Anfang an keine Chance hatten, wie Leonhard Spitzer bereits bei Wettkampf-Anpfiff am Morgen siegessicher prophezeite: „Die werden wir deutlich hinter uns lassen!“ Zur Einhaltung dieser Prognose hatte sich der Voerder Bürgermeister sogar höchstpersönlich vor den Karren spannen, beziehungsweise auf den Fahrrad-Ergometer setzen lassen.
Spitzer schwitzt für den Sieg
Punkt 11.30 Uhr, den Blick starr auf die am linken Bühnenrand postierte Zähltafel gerichtet, schwitzen sich die Teilnehmer der ersten Runde auf Betriebstemperatur. Jeweils 70 Minuten muss eine Gruppe in je nach Belieben wechselnder Besetzung in die Pedale treten, dann ist die nächste dran. Den ersten Durchlauf bewältigt unter anderem das Deutsche Rote Kreuz Voerde, das als Teamkapitän den Ersten Bürger der Stadt gewählt hat. Leonhard Spitzer strampelt im roten DRK-Trikot tüchtig auf einem der vordersten Ergometern und versucht das Beste für seine Stadt rauszuholen. „Das Beste“ sind in diesem Fall knapp zehn Minuten, was im Vergleich zum restlichen Teamaufgebot eine durchaus beachtliche, wenngleich notwendige Leistung ist. Schließlich war es Spitzer, der kurz zuvor auf der Bühne per Liveschaltung mit Rheinbergs Bürgermeister Hans-Theo Mennicken telefoniert hatte und diesem seine falschen Illusionen zu nehmen versucht hatte. „Ach Theo, ihr habt doch keine Chance“, lachte Spitzer, „Ach Leo, du hättest uns letztens nicht zum Fahrradausflug nach Dinslaken einladen sollen – wir sind bestens präpariert“, konterte der linksrheinische Kollege Mennicken.
Voerde kennt sich mit Energie aus
Während sich die Verwaltungsoberhäupter noch beharkten, ließen es die Voerder locker angehen. „Nö, trainiert haben wir nicht“,klang es unisono von DRK und „Comunitario Kurierweg“ auf die Frage, mit welchem Grad an eiserner Disziplin man sich auf den Wettkampf vorbereitet habe. Vielleicht gewann deshalb am Ende des Tages der „Wüster“-Radladen die 500 Euro Siegerprämie für das beste Team mit hart erstrampelten 2,406 Kilowattstunden. Die anderen winkten mit weißen Handtücher hektisch nach Ablösung und erbaten lechzend Wassernachschub. Umso bessere Argumente hatten die Hobbysportler für den Voerder Sieg. Michael Loosen vom Team „Kurierweg“ sagt recht einleuchtend: „Wir haben doch sogar unser eigenes Kraftwerk. Wenn einer weiß, wie man Energie erzeugt, dann ja wohl die Voerder.“
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