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Dinslaken: Klimabündnis kontra Kohle

VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 19.04.2010

Dinslaken (RPO). Mit einem Spaziergang vom Kraftwerk Walsum zum geplanten Kohlehafen zwischen Dinslaken und Voerde demonstrierten die Mitglieder des Klimabündnisses Niederrhein gegen Umweltverschmutzung.

Vom Kraftwerk Walsum ging es im Demonstrationszug zum Stapp nach Eppinghoven. Protestiert wurde auch gegen den geplanten Kohlehafen, den Evonik/Steag am Voerder Kraftwerk anlegen will.  Foto: RPO
Vom Kraftwerk Walsum ging es im Demonstrationszug zum Stapp nach Eppinghoven. Protestiert wurde auch gegen den geplanten Kohlehafen, den Evonik/Steag am Voerder Kraftwerk anlegen will. Foto: RPO

Walsum Vor dem neuen Kühlturm des Kohlekraftwerks in Walsum ertönt Musik. Mehrere Hundert Demonstranten haben sich eingefunden. An den Zäunen, die den Turm von der Straße trennen, sind Spruchbänder angebracht, die sich allesamt gegen Kohle als Energiequelle zur Stromerzeugung richten. "Klimaschutz statt Kohleschutz" lautet das Motto der Aktion, zu der neben der Demonstration am Kühlturm auch der Marsch am Rhein entlang zum Stapp in Dinslaken gehört.

Angst vor Kraftwerksausbau

Dabei richtet sich der Protest nicht nur gegen den geplanten Kohlehafen. Vielmehr befürchten die Mitglieder des Klimabündnisses Niederrhein, dass im Bereich des Voerde Kraftwerkes eine Erweiterung geplant ist. "Auf dem Gelände wäre genug Platz für den Kohlehafen. Dass der ausgelagert wird, ist für uns der Beweis, dass dort eine Erweiterung des Kraftwerks geplant ist", sagt Wilfried Mohr, Sprecher des Klimabündnisses. Darüber hinaus sieht er in der Stätte zur Lagerung des schwarzen Brennmaterials auch einen Schandfleck für das Naherholungsgebiet am Rhein. "Viele Menschen, die hier sind, sind Radfahrer, die gerne am Rhein entlang Ausflüge machen. 20 Meter hohe Kohlehalden ruinieren die ganze Landschaft", sagt Mohr.

Dabei macht dem Klimabündnis nicht nur die getrübte Aussicht am Rhein Sorgen. Sondern es geht auch um die Gesundheit: Neben Feinstaub (alleine 410 Tonnen pro Jahr durch das Kraftwerk in Walsum) produziert die Verbrennung der Kohle auch Kohlenstoffdioxid. "Die Stadt Duisburg bemüht sich, bei den Emissionen Einsparungen zu erzielen, und hier wird dann alles wieder in die Luft geblasen", sagt Wilfried Mohr mit Blick auf den Kühlturm des Walsumer Kraftwerkes.

"Kohlosaurus"

Diesen Ausstoß verdeutlicht dann der "Kohlosaurus" ganz bildlich. Das gebastelte, rund fünf Meter hohe Ungetüm ist in Schwarz gehalten und besitzt einen Körper in Form eines Kühlturms. Aus diesem steigen dann mehrere Hundert schwarze Ballons in den blauen Himmel am Rhein, bevor sich derDemonstratszug in Bewegung setzt. "Am Stapp wird es noch eine Abschlusskundgebung geben", sagt Wilfried Mohr, der mit einem Banner des Klimabündnisses den Spaziergang anführt. "Dort werden sicher noch einige weitere Demonstanten auf uns warten."

Quelle: RP

 
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