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Dinslaken: Knister und Lilli hexen im Kino

VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012

Dinslaken (RP). Erst gab's einen Film, dann Autogramme: 300 Schülerinnen und Schüler erlebten mit dem "Hexe Lilli"-Autor in der Dinslakener Lichtburg einen spannenden Vormittag. Knister ist jetzt Schirmherr für "Mentor – die Leselernhelfer".

Knister zeichnet Yoko, und 300 Kinder schauen gespannt zu. Die Grundschule Hühnerheide und die Moltkeschule verlegten den Unterricht gestern ins Lichtburg-Kino.  Foto:  Angelika Barth
Knister zeichnet Yoko, und 300 Kinder schauen gespannt zu. Die Grundschule Hühnerheide und die Moltkeschule verlegten den Unterricht gestern ins Lichtburg-Kino. Foto: Angelika Barth

Knister zeichnet Yoko. Kevin will lieber die Maus. "Die ist wunderschön", flüstert der Knirps. Er sitzt im großen Saal des Lichtburg-Kinos und beobachtet aus der letzten Reihe, wie der Mann, der weltweit über zehn Millionen Bücher verkauft hat, vor der Leinwand steht und mit einem dicken Filzstift ein Pelzmonster aufs Papier strichelt. "Sieht ein bisschen aus wie ein Frosch mit Punkfrisur", kommentiert Knister. Die Stoffmaus gefällt Kevin besser. Die hat der Autor, der mit richtigem Namen Ludger Jochmann heißt und in Wesel wohnt, zuerst gezeichnet. Kevin bekommt keines der beiden Bilder. Die sind für die Schulen. Egal – am Ausgang gibt's Autogramme. Auf Wunsch mit Widmung. Knister schreibt seinen Namen auf kleine Zettel und Blöcke, in Poesiealben und Schulhefte.

Info

Knister-Schule in Indien

Kinderbuchautor Ludger Jochmann alias Knister investiert Zeit, Geld und Leidenschaft in das UNESCO-Projekt "KNISTERschool" in Indien. Den Anstoß gaben Dreharbeiten für den zweiten "Hexe Lilli"-Film. "Ich war schockiert von der Armut in Indien und von der Kinderarbeit", erinnert sich Knister. Im März wird die Schule in Ottongkhua nahe der Grenze zu China eingeweiht. "Die Schule ist mir eine Herzensangelegenheit", so Knister. "Bildung ist das Wichtigste, was man den Taliban entgegensetzen kann."

Dabei lächelt er, beantwortet Fragen. Die meisten hat er schon 1000-mal gehört, andere sind neu. "Sind Sie der Busfahrer?", will ein Mädchen wissen und legt erwartungsvoll den Kopf schief. Knister verneint. Der Busfahrer ist noch nicht da. Die Jungen und Mädchen der Grundschule Hühnerheide und Moltkeschule müssen sich noch etwas gedulden. Nach einem solch spannenden Vormittag fällt das nicht schwer.

Die Verlegung des Unterrichts in den Kinosaal haben die Kinder zwei Projekten zu verdanken: "Kinder Vision Kino" und "Film + Schule NRW", eine gemeinsame Initiative des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und des Schulministeriums. Im Rahmen der landesweiten Schulkino-Wochen haben Schüler Gelegenheit, an einem ungewöhnlichen Lernort ihre Medienkompetenz zu stärken. Rund 500 Kinder sind der Einladung in die Lichtburg gefolgt – neben den beiden Dinslakener Schulen auch die Parkschule Friedrichsfeld und die Oberhausener Grundschule Am Hirschkamp.

Zum Auftakt kommt "Hexe Lilli", die mit ihrem Kumpel, dem pummeligen Flugdrachen Hektor, in ein tollkühnes Abenteuer stolpert. Ein lustiger Film. Ob er gefallen hat, will Knister wissen. Ein lautes "Jaaa!" schallt ihm entgegen. Dann beginnt die Fragestunde. Die Kinder sind neugierig, wollen wissen, woher der Autor seine Ideen nimmt, ob er auch arbeitet, wenn er krank ist, wie viel Bücher er schon geschrieben hat. Knister antwortet und erzählt aus seinem Leben. Mit 26 war er Lehrer, mit 28 Musiker, danach Schriftsteller. In 30 Jahren hat er 40 Bücher geschrieben und drei Filme gedreht. Das hat ihn auf der ganzen Welt berühmt gemacht. "Aber meine Mama und mein Papa sind tot", sagt Knister. "Die haben das nicht mitbekommen."

Die Schülerinnen und Schüler bekommen alles mit. Sie lieben Knister. Und als Kinobesitzerin Heidrun Grießer verkündet, dass der Autor die Schirmherrschaft für "Mentor – die Leselernhelfer Niederrhein" übernommen hat, klatschen sie kräftig Beifall. "Ich mache das gern", sagt der 59-Jährige. "Ich selbst habe immer gern gelesen. Wenn es darum geht, Lesekompetenz zu vermitteln, bin ich dabei."

Quelle: RP


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